„Assads Sturz würde Israels Stabilität gefährden“

Ein Sturz der Herrscherfamilie in Syrien wird für Instabilität in Israel sorgen. Diese Ansicht äußerte der syrische Geschäftsmann Rami Machluf in einem Interview der „New York Times“ – er ist ein Cousin von Präsident Baschar al-Assad.

„Wenn es hier keine Stabilität gibt, besteht keine Möglichkeit auf Stabilität in Israel“, sagte Machluf bei dem dreistündigen Gespräch in seinem Hauptquartier in der syrischen Hauptstadt Damaskus. „Und niemand kann für das garantieren, was geschehen wird, wenn, Allah möge es verhüten, diesem Regime etwas passiert.“ Auf die Frage, ob dies als Warnung oder als Drohung gemeint sei, entgegnete der mächtigste Geschäftsmann des Landes: „Ich habe nicht von Krieg gesprochen. Ich sage vielmehr: Lasst uns nicht leiden, übt nicht viel Druck auf den Präsidenten aus, drängt Syrien nicht zu etwas, das es nicht mit Freude tut.“

Machluf ist auch ein Kindheitsfreund von Präsident Assad. Sein Bruder ist der Geheimdienstchef in Damaskus. Nach seiner Auffassung ist die herrschende Elite während der Krise näher zusammengerückt. Auch wenn Assad das letzte Wort habe, werde Politik als „gemeinsame Entscheidung“ formuliert. „Wir glauben, dass es ohne Einheit keine Kontinuität gibt. Jeder von uns weiß, dass wir nicht weitermachen können, ohne vereinigt zusammenzubleiben.“

Der Name des 41-Jährigen wurde während der Demonstrationen gegen das Regime Assad skandiert. Die Büros seiner Firma „Syriatel“, der größten Mobiltelefonfirma des Landes, in Dara´a wurden in Brand gesteckt. In dieser Stadt nahe der jordanischen Grenze hatte der Aufstand Mitte März begonnen. Machluf gehört auch zu den namentlich genannten Syrern, die von den Sanktionen der EU betroffen sind. Bei gewaltsamen Einsätzen der Sicherheitskräfte gegen die Proteste sind bereits mehrere Hundert Menschen zu Tode gekommen.

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