Geschrieben am 7. Mai 2012 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Deutschland, Islam,
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Ausschreitungen bei Anti-Islam-Kundgebung von Pro NRW

Salafisten werfen Steine auf Polizisten – 29 Beamte verletzt – Mehr als 100 Festnahmen

Bei einer anti-islamischen Kundgebung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW hat es erneut Auseinandersetzungen gegeben. Vor der König-Fahd-Akademie in Bonn eskalierte die Situation am Samstag, als Anhänger von Pro NRW islamkritische Karikaturen zeigten. Aus einer Gruppe von mehreren Hundert Muslimen wurden Steine und Flaschen geworfen. 27 Polizisten, die die Gruppen voneinander trennen wollten, erlitten leichte Verletzungen. Ein Beamter und eine Kollegin wurden durch Messerstiche schwer verletzt. Zudem wurden mehrere Streifenwagen beschädigt.

Laut Polizei beteiligten sich knapp 30 Personen an der Pro-NRW-Kundgebung. Wegen der Übergriffe wurden mehr als 100 Personen vorübergehend festgenommen. Ein Großteil von ihnen befand sich noch in der Nacht im Polizeigewahrsam. Bereits im Vorfeld waren drei Gegendemonstranten abgeführt worden, weil sie Waffen bei sich hatten, darunter einen Teleskopschlagstock und eine Steinschleuder.

Kurz nach den Auseinandersetzungen, die offenbar von den radikalislamischen Salafisten initiiert wurden, beendete Pro NRW die Aktion. Einer Polizeisprecherin zufolge blieb die Situation jedoch gespannt, weil sich einige der muslimischen Gegendemonstranten weiterhin aggressiv gegenüber den Beamten verhielten.

Einzelheiten über ihren Einsatz und die Ermittlungen will die Polizei am (heutigen) Sonntag auf einer Pressekonferenz in Bonn mitteilen.

Jäger: Mehrheit der Muslime grenzt sich von Salafisten ab

Innenminister Ralf Jäger (SPD) hob am Abend in der „Aktuellen Stunde“ im WDR die friedliche Haltung der überwiegenden Mehrheit der Muslime in NRW hervor. Diese grenzten sich bewusst von den Salafisten ab, sagte er. Pro NRW sei eine Splitterpartei, die die gewalttätigen Salafisten provozierten. Das habe sein Ministerium durch Auflagen für die Demonstrationen von Pro NRW verhindern wollen. Diese Auflagen hätten vor Gericht keinen Bestand gehabt. Die Polizei habe das zu respektieren.

Am Samstag hatte die Partei schon in Aachen vor einer Moschee eine Kundgebung veranstaltet. In Solingen hatten am 1. Mai radikalislamische Salafisten bei einer Pro-NRW-Aktion Steine auf Polizisten geworfen. Drei Beamte, ein Passant und ein Muslim wurden verletzt.

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