Bombenbauer: Festgenommene sind wieder frei

Es sieht nach einer heißen Spur aus, als die Polizei in Bonn zwei Verdächtige festnimmt. Sie sollen mit der Tasche im Zusammenhang stehen, die den Hauptbahnhof für Stunden lahmlegte, weil sie explosionsfähiges Material enthält. Doch der Verdacht gegen die Männer bestätigt sich nicht. Die Polizei sucht weiter.

Fund eines Sprengsatzes am Bonner Hauptbahnhof sind zwei Festgenommene wieder frei. Ein erster Tatverdacht gegen die Männer habe sich nicht erhärten lassen, teilt die Polizei Köln mit. Sie seien daher wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Polizei fahndet weiter mit Phantombildern und Plakaten nach einem etwa 30 bis 35 Jahre alten dunkelhäutigen Mann, der in dem Bahnhof eine Reisetasche mit einem Sprengsatz abgelegt haben soll.

Nach Angaben der Kölner Polizei ist weiter unklar, ob die auf dem Bonner Hauptbahnhof abgestellte Tasche eine zündfähige Bombe enthielt. „Spiegel Online“ berichtete, in dem Gepäckstück hätten sich Butangas, Ammoniumnitrat, ein Metallrohr sowie ein Wecker und Batterien befunden. Ammoniumnitrat ist in Dünger enthalten und wird zur Herstellung von Sprengstoff verwendet. Die Bundesanwaltschaft, die bei Terrorismus zuständig ist, zog den Fall jedoch zunächst nicht an sich. Sie stehe in engem Kontakt zu den Behörden vor Ort.

Bombe oder Attrappe am Bahnhof Bonn?
Experten rätseln über Taschen-Inhalt

Nordrhein-Westfalen verfügt über eine aktive Salafisten-Szene. Im Frühjahr sorgten zwei Salafisten in Bonn mit einer Messer- Attacke auf Polizisten am Rande einer Demonstration für Aufsehen. Zwei Beamte wurden dabei schwer verletzt. Zudem brachten sich Salafisten durch die Verteilung kostenloser Korane und durch einen Mordaufruf gegen Journalisten und Anhänger der rechtsextremen Partei Pro NRW in die Schlagzeilen. Zuletzt erhöhten die Sicherheitsbehörden den Druck auf die gewaltbereite Salafisten-Szene, indem sie im Sommer die Vereinigung Millatu Ibrahim im nordrhein-westfälischen Solingen verbat. Gegen zwei weitere salafistische Gruppen wurden Ermittlungen eingeleitet.

Im Sommer 2006 hatten zwei Islamisten zwei Kofferbomben auf dem Kölner Hauptbahnhof in Regionalzügen deponiert. Beide Sprengkörper explodierten wegen technischer Mängel nicht, hätten aber nach Aussagen von Experten schwere Schäden anrichten können. Einer der Männer wurde in Deutschland, der andere im Libanon verurteilt.

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