Bundesnachrichtendienst BND

Der Bundesnachrichtendienst (BND) ist einer der drei Nachrichtendienste des Bundes und untersteht direkt dem Chef des Bundeskanzleramtes. Er ist hervorgegangen aus der „Organisation Gehlen“ (OG) des ehemaligen Wehrmachtgenerals und Leiters der Aufklärungsabteilung „Fremde Heere Ost“ Reinhard Gehlen.
Die OG wurde nach dem Krieg unter amerikanischer Federführung gegründet, um insbesondere die Ostblockstaaten und die Sowjetunion aufzuklären, mit finanziert von der amerikanischen CIA.

Erst im Jahr 1956 wurde die OG offiziell von der Bundesregierung übernommen und firmiert seitdem unter dem Namen Bundesnachrichtendienst. Noch immer ist die Zentrale des Dienstes in Pullach bei München, wegen der erforderlichen Nähe zur politischen Führung ist jüngst eine große Außenstelle in Berlin hinzugekommen. Daneben gibt es etliche Dienststellen in Deutschland und auch im Ausland. Von diesen „Residenturen“ aus pflegt der BND auch seine Kontakte zu ausländischen Nachrichtendiensten.

Der BND beschäftigt rund 6000 Mitarbeiter aller Fachrichtungen, zur einen Hälfte als Soldaten, zur anderen als Beamte oder Angestellte. Das Durchschnittsalter der Bediensteten liegt bei 47 Jahren, das Budget des BND beträgt rund 350 Mio. EUR.

Gesetzliche Grundlage des BND ist seit 1990 das „Gesetz über den Bundesnachrichtendienst“ (BNDG).

Aufgaben:

Der BND hat als einziger Auslandsnachrichtendienst Deutschlands die Aufgabe, Informationen zu sammeln und auszuwerten, die zur Gewinnung von Erkenntnissen über das Ausland, die von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung für die Bundesrepublik Deutschland sind, notwendig sind (§1 BNDG).
Diese Informationen werden der Bundesregierung übermittelt und erstrecken sich auf viele Themenbereiche: Politik, Wirtschaft, Militär, Wissenschaft oder Technik. Zur Beschaffung dieser Informationen stehen dem BND viele Methoden der Nachrichtengewinnung zur Verfügung, ein Großteil stammt allerdings aus dem Studium offener Quellen wie Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen oder auch dem Internet.
Daneben setzt der BND auch geheimdienstliche Methoden ein wie die Anwerbung und Führung von Agenten im Ausland (Operative Beschaffung) oder die funkelektronische Aufklärung (Technische Beschaffung).
Dies geschieht auf vielen Ebenen, dazu gehört die Telefonüberwachung ebenso wie geheime Bild- und Tonaufzeichnungen oder die Internetüberwachung. Gerade in diesen Bereichen sucht der BND momentan nach qualifizierten Mitarbeitern für Nachrichtentechnik oder Kryptographie.

Die gewonnen Informationen werden im BND analysiert und ausgewertet, um Lagebilder und Berichte zu erstellen, die für Entscheidungen der Bundesregierung von Bedeutung sind.
Neben den Kernaufgaben der Auslandsaufklärung übernimmt der BND zunehmend auch Aufgaben in der Beobachtung der international operierenden Organisierten Kriminalität, insbesondere auf den Gebieten Waffen- und Technologietransfers (Proliferation), Geldwäsche, Menschenhandel und Rauschgiftschmuggel.
Gerade in jüngerer Zeit ist zudem die Aufklärung des internationalen Terrorismus noch bedeutsamer geworden.


Gliederung:

Dem Präsidenten des BND unterstehen neben zwei Stabsabteilungen insgesamt sechs Fachabteilungen:

Stabsabteilung Sicherheit, Geheimschutzbeauftragter, Spionageabwehr:
zuständig für den Schutz der Einrichtungen und Personen, Geheimschutz, Sicherheitsüberprüfungen und nachrichtendienstliche Tätigkeiten gegen die Behörde

Stabsabteilung Qualitätsmanagement:
Umstrukturierung von Behördenstrukturen zugunsten modernerer Kosten- und Leistungsrechnung, Definition der Aufgaben und Erfolgskontrolle

Abteilung 1 (Operative Aufklärung):
Anwerbung und Führung von geheimdienstlich arbeitenden Informanten im In- und Ausland

Abteilung 2 (Technische Beschaffung):
Fernmeldeelektronische Aufklärung, Kommunikationsüberwachung

Abteilung 3 (Auswertung):
Bedarfsplanung und Analyse der gewonnenen Informationen

Abteilung 4 (Verwaltung):
Innerbehördliche Verwaltung

Abteilung 5 (Operative Aufklärung / Auswertung):
Beschaffung und Auswertung im Bereich Organisierte Kriminalität und Terrorismus

Abteilung 6 (Technische Unterstützung):
Bereitstellung von Technik, Laborarbeit, Dokumenten, EDV

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *