Geschrieben am 9. Mai 2012 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Globale Nachrichten, Terror,
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Der Terror lebt weiter

Trotz der Erfolge im Kampf gegen Al Qaida gibt es keinen Anlass, sich in falsche Sicherheit zu wiegen. Der gerade aufgedeckte Anschlagsplan gegen ein Passagier-Flugzeug zeigt, wie real die Bedrohung bleibt.Während die Führung der Terrorzentrale in Afghanistan und Pakistan dezimiert und kaum mehr handlungsfähig ist, blüht ihr teuflischer Ableger im Jemen.

Trotz der Erfolge im Kampf gegen Al Qaida gibt es keinen Anlass, sich in falsche Sicherheit zu wiegen. Der gerade aufgedeckte Anschlagsplan gegen ein Passagier-Flugzeug zeigt, wie real die Bedrohung bleibt.

Während die Führung der Terrorzentrale in Afghanistan und Pakistan dezimiert und kaum mehr handlungsfähig ist, blüht ihr teuflischer Ableger im Jemen. Einem chronisch instabilen Land, das in vielfacher Hinsicht an die Situation am Hindukusch vor dem Eingreifen der Nato erinnert.

Die Zentral-Regierung in Sana hat keine Kontrolle über die von Stämmen und Clans dominierten Provinzen. Stattdessen gelang es der „Al Qaida der Arabischen Halbinsel“ während der politischen Unruhen des vergangenen Jahres, große Gebiete unter ihren Einfluss zu bekommen. In der südlichen Shabwah-Provinz betrieben die Extremisten Trainingslager, in der die Terroristen der Zukunft ausgebildet werden. Über diese Wirklichkeit hinwegzusehen, könnte sich als tödlicher Fehler erweisen. Zumal die letzten drei Anschlagversuche auf den Luftverkehr hier ihren Ursprung hatten.

Der gescheiterte Plot des „Unterhosen-Bombers“ am Weihnachtstag 2009 führt ebenso nach Jemen zurück wie der Versuch, Flugzeuge mit Sprengsätzen vom Himmel zu holen, die in Druckerkartuschen versteckt waren. Und auch diesmal dürfte derselbe jemenitische Bombenbauer am Werk gewesen sein.

Das ist der Hintergrund, vor dem die USA ihre Drohnenkampagne auf Ziele in Jemen intensiviert haben. Dass die Amerikaner am Sonntag den Chef-Planer der Al Qaida der Arabischen Halbinsel töteten, dürfte so gesehen alles andere als ein Zufall sein.

Bloß die Nase über die umstrittene Taktik der Amerikaner zu rümpfen, verkennt den Ernst der Lage. Wer den Drohnenkrieg ablehnt, muss eine glaubwürdige Alternative aufzeigen. Die Gefahr ist für Europa so real wie für die USA.

Mit guten Worten und Hilfsgeldern werden die Terror-Camps nicht verschwinden. Jedenfalls nicht so schnell, wie es nötig wäre, den Schutz der eigenen Bevölkerung sicherzustellen. Wer kann es den Amerikanern verdenken, dass sie nach der traumatischen Erfahrung des 11. September es darauf nicht ankommen lassen werden?

Mangels besserer Alternativen tut Präsident Barack Obama gut daran, die Drohnenkampagne im Jemen fortzusetzen. Dass die USA dabei größte Umsicht walten lassen müssen, versteht sich von selbst. Parallel dazu muss der Westen der Zentralregierung in Jemen helfen, die inneren Reformen voranzutreiben und die Kontrolle über die von Al Qaida kontrollierten Gebiete zu erringen. Doch das kann dauern. Zu lange, um untätig zuzusehen, wie entschlossene Extremisten Anschläge aushecken.

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