Geschrieben am 27. August 2019 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Türkei,
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Deutsche reisen mit Risiko in die Türkei

Dila Wiedemann* war nach der Landung in der Türkei auf dem Weg zur Passkontrolle, als sie von Zivilpolizisten aufgehalten und weggeführt wurde. Stunden der Angst verbrachte die 47-jährige Bundesbürgerin im Polizeiverhör, bis sie schließlich ohne weitere Erklärung freigelassen wurde und einreisen durfte. Ihre Erfahrung war kein Einzelfall.

Die Öffentlichkeit erfährt meist nur davon, wenn Bundesbürgern nach dem Verhör die Einreise verweigert wird oder wenn sie gar bei der Einreise festgenommen werden. Berichte von Betroffenen legen aber nahe, dass stundenlange Verhöre von deutschen Urlaubern an türkischen Flughäfen nicht selten sind und Reisende auf alles vorbereitet sein sollten.

Offizielle Zahlen über Verhöre von deutschen Urlaubern gibt es nicht, da die türkische Regierung keine Angaben dazu macht und die deutsche Regierung nur Festnahmen und Rückweisungen zählt. Mindestens neun Bundesbürgern wurde nach Zählung des Auswärtigen Amtes in diesem Jahr die Einreise verweigert; das sind deutlich weniger als im Vorjahr, als es 80 Fälle waren.

Die Dunkelziffer dürfte aber höher liegen, denn die wenigsten Betroffenen melden sich bei der Bundesregierung, wenn sie mit dem Schrecken davon gekommen sind und ihren Urlaub fortsetzen dürfen, so wie Dilara Wiedemann.

Wiedemann vermutet, dass sie wegen ihres dunklen Teints und „ostanatolischen“ Aussehens aufgehalten wurde, denn ihre Eltern stammen aus der Osttürkei. Die meisten Reisenden, die mit ihr im Polizeigewahrsam waren, hätten kurdisch ausgesehen, berichtet sie – bis auf ein deutsches Mädchen mit einem arabischen Freund, das offenbar schon länger festgehalten wurde und außer sich war vor Angst.

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