Eine unglückliche Verkettung von Irrtümern

In Mönchengladbach ist es zu einer unglücklichen Verkettung von multikulturellen Irrtümern gekommen, die bisher ein Todesopfer gekostet hat. Ein Deutscher aus dem Kongo wurde von einem Deutschen aus der Türkei erschlagen. Um die Sache mit der Türkei zu erfahren, musste man allerdings wieder einmal ganze fünf Zeitungsartikel lesen, um schließlich hier, vorletzter Abschnitt, letzter Satz, fündig zu werden. Was war passiert?

Der Deutsche aus dem Kongo hatte im Rahmen seiner Integration ganz richtig herausgefunden, dass es vollkommen okay ist, sich als Deutscher aus dem Kongo in Deutschland wie die Axt im Walde zu benehmen. Was er nicht wusste: Das gilt natürlich nur gegenüber Deutschen aus Deutschland. Dummerweise handelte es sich bei der Familie, deren Kiosk der junge Mann sich zum Randalieren ausgesucht hatte, nicht um Deutsche aus Deutschland, sondern um Deutsche aus der Türkei.

Was dann geschah, ist noch strittig. Mal heißt es, der deutsche Sohn aus dem deutschen Kiosk aus der Türkei habe dem Deutschen aus dem Kongo nur einen Faustschlag versetzt, wodurch dieser so unglücklich gestürzt wäre, dass er zunächst ins Koma fiel und nun gestorben ist.

Ganz anders sehen das die deutschen Freunde aus dem Kongo des Deutschen aus dem Kongo. Der Express berichtet – hier lebte der junge Mann noch:

Die Angehörigen von David sind ihrerseits wütend auf die Polizei. „Gegen mich liegt eine Anzeige wegen Bedrohung vor, ich soll einen Brandanschlag angekündigt haben. Totaler Schwachsinn!“ sagt Davids Schwager Eric Mbema. „Wir haben im Familienrat einstimmig beschlossen, dass niemand von uns mehr zu dem Büdchen geht.“

Die Ermittlungen der Polizei liefen dafür in die falsche Richtung, sagt Mbema. „Es hat nicht nur einen Schlag gegen David gegeben, wie die Polizei behauptet. Er ist von drei Leuten attackiert worden. Das haben mir die beiden Freunde von David, die dabei waren, berichtet.“

So soll zuerst der Kioskbesitzer, vorbestraft wegen Körperverletzung, mit der flachen Hand zugeschlagen haben, dann der Sohn mit der Faust. „Und als David schon bewusstlos am Boden lag, hat ein Nachbar der Kioskbesitzer ihm noch mal auf den Kopf getreten“, sagt Eric Mbema. Die Polizei geht aber weiterhin von einem Schlag und einem unglücklichen Sturz aus.

Rund zwei Stunden nach dem Zwischenfall mit David ist es laut Polizei noch einmal zu einer Schlägerei zwischen den Freunden des Deutsch-Kongolesen und den türkischen Kioskbetreibern gekommen.

Was haben nun die Deutschen aus Deutschland mit der multikulturellen Auseinandersetzung zu schaffen? Ganz einfach – sie müssen die Polizei stellen und bezahlen, die jetzt aufpassen muss, dass der Konflikt, der so multikulturell begonnen hat, nicht auch multikulturell zu Ende gebracht wird. Denn nach Aufrufen bei Twitter und Facebook reisen jetzt Deutsche aus Schwarzafrika von nah und fern an, die ihrerseits nicht einsehen wollen, warum man nach der Tat des Deutschen aus der Türkei an dem Deutschen aus dem Kongo in Mönchengladbach so ganz andere Maßstäbe anlegt, als man es bei einem berühmten Fall eines verletzten Deutschen aus Äthiopien durch einen Deutschen aus Deutschland seinerzeit in Potsdam tat. Damals hatte sogar die Bundesanwaltschaft ermittelt – obwohl das Opfer überlebt hatte.

Und so wollen die Deutschen aus Afrika die Sache mit den Deutschen aus der Türkei jetzt am liebsten selber multikulturell regeln. Die Rheinische Post berichtet:

Nach Veröffentlichungen in Internetnetzwerken wie Facebook reisten bereits am Wochenende eine Vielzahl von offensichtlichen Bekannten des Opfers an, um vor dem Kiosk zu randalieren. Wie Polizeisprecher Willy Theveßen mitteilte, kamen Menschen aus Köln und sogar Brüssel.

Sie stammten in der überwiegenden Mehrheit aus verschiedenen schwarzafrikanischen Ländern. Bereits am Sonntag gab es im Umfeld des Kiosks am Grünewald Randale. Unter wechselnden Beteiligungen war es zu gegenseitigen Körperverletzungen, Bedrohungen und Beleidigungen gekommen. Alle Vorfälle wurden zur Anzeige gebracht und fließen in die Ermittlungen mit ein. Besondere polizeiliche Maßnahmen seien jedoch noch nicht erforderlich gewesen, so Theveßen.

Am Montag eskalierte die Situation aber. So seien die Kioskbetreiber tagsüber massiv bedroht (“Wir fackeln euch ab”) und als Mörder beschimpft worden. Dabei hätten immer wieder Männer den Kiosk betreten und randaliert. Ein 42-Jähriger gab gestern Nachmittag selbst im Beisein der Polizei keine Ruhe. Er bespuckte und beschimpfte die eingesetzten Beamten. Einem Polizeioberkommissar biss er ins Bein.

Da der Mann sich nicht beruhigen ließ, wurde er in Polizeigewahrsam genommen. Auch diese Maßnahme konnte nicht zu seiner Entspannung beitragen. Da er auch noch gestern Morgen in seiner Zelle tobte, wurde er von einem Amtsarzt untersucht und anschließend in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Um die Sicherheit der Kioskbetreiberfamilie zu schützen, haben Gespräche und Gefährderansprachen stattgefunden. Außerdem fahren regelmäßig Polizeistreifen vorbei.

Anderen Quellen zufolge soll ständig ein Streifenwagen vor dem inzwischen geschlossenen Kiosk stehen. Wir bitten um Verständnis.

Quelle: http://www.pi-news.net/2011/05/eine-ungluckliche-verkettung-von-irrtumern/

Ein Gedanke zu „Eine unglückliche Verkettung von Irrtümern

  • 6. Dezember 2012 um 16:00
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    Bin das erste mal auf dieser Seite und dieser Artikel ist der Erste den ich lese.
    Selten so gelacht – aber genau so ist es. Guter Bericht.

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