EU fordert enge internationale Zusammenarbeit bei EHEC-Krise

Die deutschen Behörden wurden nun vom EU-Gesundheitskommissar John Dalli im Kampf gegen das Darmbakterium EHEC aufgefordert, enger mit ausländischen Experten zusammenzuarbeiten.

„Wir müssen auf die Erfahrung und die Expertise in ganz Europa und sogar außerhalb Europas setzen“, sagte Dalli der Zeitung „Die Welt“. Indes fordert das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie einen Regierungskoordinator zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionsgefahren und für das Krisenmanagement beim Auftreten gefährlicher Erreger. Stefan Kaufmann, Seuchenbiologe und Direktor des Instituts, erklärte gegenüber der Zeitung, dass ein Beauftragter der Bundesregierung die Zusammenarbeit zwischen den Ministerien für Gesundheit, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verbessern solle. „Global betrachtet, fördert die Armut die Entstehung und Ausbreitung von Seuchen. Also müssen auch das Entwicklungshilfeministerium und das Auswärtige Amt mit eingebunden werden. Und natürlich auch das Forschungsministerium“, so Kaufmann. Demnach meldeten sich die einzelnen Minister mit den Leitern ihrer nachgeordneten Behörden zu Wort. Nach Kaufmanns Meinung entstehe so der Eindruck, als hechele die Politik den Ereignissen hinterher. „Erst Gurken, dann Sprossen. Das verunsichert die Menschen unnötig“, so Kaufmann weiter.

Am Mittwoch wollen die Gesundheits- und Verbraucherschutzminister des Bundes und der Länder in Berlin über die vom EHEC-Bakterium ausgelöste Durchfallerkrankung beraten.

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