Geschrieben am 18. Mai 2015 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Türkei,
Kommentare (0)

Explosionen vor Büros der türkischen Kurdenpartei

Die pro-kurdische HDP ist die große Konkurrenz der Regierungspartei AKP bei den bevorstehenden Parlamentswahlen in der Türkei. Nun haben sich vor zwei Büros gleichzeitig Explosionen ereignet. Wie die Online-Ausgabe der Zeitung „Hürriyet“ meldete, wurden in den Städten Mersin und Adana mehrere Menschen verletzt. Die Nachrichtenagentur Dogan berichtet von zwei Verletzten. Die Ursache ist demnach noch unklar.

Laut Umfragen könnte die HDP bei der Wahl am 7. Juni rund zehn Prozent der Wählerstimmen erreichen. Überwindet sie die Zehnprozenthürde, nimmt sie der AKP damit die absolute Mehrheit. In Mersin war für den Nachmittag ein Wahlkampfauftritt von Parteichef Selahattin Demirtas geplant. Die HDP hatte in den vergangenen Wochen mehrmals über Angriffe auf Wahlbüros und Mitarbeiter geklagt.

Der Verlust der absoluten Mehrheit hätte für die islamisch-konservative AKP des Präsidenten Recep Tayyip Erdogans weitreichende Folgen: Es würde die Chancen der Regierungspartei schwächen, in der neuen Volksvertretung eine Mehrheit für Verfassungsänderungen zu erreichen. Mit den geplanten Reformen will die Partei den Übergang zu einem Präsidialsystem durchsetzen, das für Staatschef Erdogan weitreichende Vollmachten vorsieht.

Die Opposition fürchtet dadurch ein Abgleiten in die Diktatur, die Kurdenpartei spricht von einem „Albtraum des Sultans“. Zwar stehen viele Türken der HDP wegen ihrer Nähe zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK skeptisch gegenüber, dennoch hat sich die Partei zum Sammelbecken linker und liberaler Regierungsgegner entwickelt. Die HDP tritt für mehr Rechte für Kurden, aber auch für andere Minderheiten ein.

Keine Kommentare

Leave a comment

Login