Geschrieben am 30. Juni 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Globale Nachrichten, Israel, Türkei,
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Gaza-Hilfsflotte: Antriebswelle eines Schiffes angesägt

Das irische Schiff „Saoirse“ wurde in einem türkischen Hafen beschädigt. Die Besatzung erhebt schwer Vorwürfe gegen Israel. Es ist nicht der erste Sabotageakt gegen ein Schiff der Gaza-Flotte.

Erneut ist ein Schiff der geplanten Gaza-Hilfsflotte beschädigt worden. Die Antriebswelle des irischen Schiffs „Saoirse“ (Freiheit) sei in dem türkischen Hafen Göcek angesägt worden, teilte die Gruppe „Irish Ship to Gaza“ (ISG) am Donnerstag mit. Das Schiff werde daher nicht an der Fahrt teilnehmen können.

Israel müsse als Hauptverdächtiger dieses „professionellen und sehr kalkulierten Sabotageakts“ gelten, erklärte die Gruppe. ISG-Koordinator Fintan Lane sprach von einer „rücksichtslosen Aktion“ und einem „Akt des internationalen Terrorismus“. Die Beschädigung hätte zum Tod irischer Bürger hätte führen können, betonte er: „Wenn wir den Schaden nicht rechtzeitig bemerkt hätten, wären wir mit einer gefährlich beschädigten Antriebswelle in See gestochen und das Schiff wäre gesunken, wenn der Rumpf beschädigt worden wäre“.

Sinn Fein will Erklärung von Netanyahu

Die irisch-republikanische Partei Sinn Fein forderte Premierminister Enda Kenny auf, umgehend eine Erklärung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zu verlangen: „Wenn sich die Behauptungen der Aktivisten bewahrheiten, haben sich die Verantwortlichen der Sabotage und der Gefährdung des Lebens irischer Bürger schuldig gemacht“. Sollte Israel sich nicht äußern, solle Kenny in Zusammenarbeit mit den türkischen Behörden Ermittlungen einleiten, forderte die Partei.

Der Schaden an der „Saoirse“ gleicht dem an einem anderen Schiff der geplanten Hilfsflotte: Die „Juliano“ war am Montagabend im Hafen von Piräus bei Athen schwer beschädigt worden. Nach Angaben der Schiffseigner hatten Unbekannte bei einem „Sabotageakt“ die Schiffsschraube und die Antriebswelle beschädigt. Die „Juliano“ sollte griechische, schwedische und norwegische Aktivisten transportieren.

Flotte soll demnächst starten

Die Gaza-Hilfsflotte soll sich nach Angaben der Organisatoren am Donnerstag oder Freitag vor der Küste von Kreta versammeln. Sie will die von Israel verhängte Blockade des palästinensischen Gazastreifens durchbrechen, um Hilfsgüter in das Küstengebiet zu bringen. Rund 300 pro-palästinensische Aktivisten sowie 35 Journalisten aus 22 Ländern wollen sich an der Aktion beteiligen.

Israels Regierung hat die Marine angewiesen, eine Ankunft der Schiffe im Gazastreifen zu verhindern. Sie sollte aber eine „Konfrontation mit den Menschen an Bord der Schiffe so weit wie möglich vermeiden“, erklärte Netanyahu.

Vor über einem Jahr waren bei einer israelischen Kommandoaktion gegen eine Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern acht türkische Palästina-Solidaritätsaktivisten und ein türkisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger an Bord des Schiffes „Mavi Marmara“ getötet worden. Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei sind seither angespannt.

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