Gericht verurteilt Fininvest: Berlusconi muss 560 Millionen Euro Schadenersatz zahlen

Im jahrzehntelangen Streit um die Kontrolle des italienischen Verlagshauses Mondadori hat ein Berufungsgericht in Mailand am Samstag den Fininvest-Konzern von Regierungschef Silvio Berlusconis zur Zahlung von 560 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt.

Silvio Berlusconi und sein Kontrahent Carlo de Benedetti. Foto: AFPWie die italienische Nachrichtagentur Ansa meldete, ist das Urteil sofort vollstreckbar. Der Ministerpräsident hatte sich vor der Urteilsverkündung noch überzeugt gezeigt, dass das Berufungsgericht die Fininvest nicht verurteilen werde.

In erster Instanz war Fininvest im Oktober 2009 zur Zahlung von 750 Millionen Euro an die Holding von Berlusconis Erzrivalen Carlo De Benedetti verurteilt worden. Damit sollte De Benedettis CIR-Holding für ein Urteil von 1991 entschädigt werden, mit dem Fininvest die Kontrolle über Mondadori erhielt.

1997 hatte ein Gericht geurteilt, dass der damalige Richterspruch „gekauft“ worden war – Berlusconi wurde wegen Verjährung jedoch nie dafür belangt. Der Holding von Berlusconis Erzrivalem De Benedetti gehören unter anderem die Tageszeitung „La Repubblica“ und das Wochenmagazin „L’Espresso“, die zu den wenigen regierungskritischen Medien in Italien gehören.

Berlusconi hatte erst am Dienstag nach heftiger Kritik eine Maßnahme für das in der vergangenen Woche verabschiedete milliardenschwere Sparpaket gestrichen, die Fininvest zumindest vorübergehend die Zahlung der hohen Entschädigung erspart hätte. Berlusconi kontrolliert de facto das Fernsehen in Italien, zu seinem Medienkonzern Mediaset gehören drei Privatsender.

 

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