Geschrieben am 1. September 2011 von Michael abgelegt in der Kategorie Griechenland,
Kommentare (0)

Griechische reale Einzelhandelsumsätze mit -11,4%

Griechische reale Einzelhandelsumsätze mit -11,4%

Heute berichtete das griechische Statistikamt ELSTAT die Daten zu den realen griechischen Einzelhandelsumsätzen für Juni 2011. Um weitere -11,4% zum Vorjahresmonat schmierten die realen (preisbereinigten) Umsätze ab. Selbst nominal ging es um -8,3% abwärts. Damit bleibt der Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität in Griechenland weiterhin getragen von einem brutalen Rückgang der Konsumausgaben der privaten Haushalte, darunter die im Einzelhandel, in Folge der Einkommensrückgänge bei den breiten Masseneinkommen.

 

Die realen Umsätze im Einzelhandel und seiner Subsektoren im Juni 2011 im Vergleich zum Vorjahresmonat.  Die griechischen Daten zu den Einzelhandelsumsätzen hängen im Vergleich zu den anderen Ländern der Eurozone immer um einen Monat hinterher.

Saisonbereinigt mit den Daten von Eurostat seit Januar 2000, stellen sich die realen Einzelhandelsumsätze so dar:

Im Chart der Index der realen und saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze ohne Kfz-Handel seit Januar 2000. Im Juni 2011 gingen die realen Einzelhandelsumsätze saisonbereinigt um -0,76% zum Vormonat zurück auf 82,71 Indexpunkte, der tiefste Stand seit September 2001. Zum Hoch im März 2008 sind die realen Einzelhandelsumsätze um kräftige -29,56% eingebrochen.

ELSTAT gibt die Einzelhandelsumsätze nur arbeitstäglich bereinigt an, danach stiegen die realen Einzelhandelsumsätze im Juni um +4,0% zu Vormonat. Es ist allerdings saisonal normal, dass die Umsätze im Einzelhandel im Juni höher als im Mai liegen, bereinigt auch um den saisonalen Effekt schrumpften die realen Umsätze jedoch leicht um -0,76% zum Vormonat.

Diese Daten fügen sich weiterhin nahtlos in die bisherige Entwicklung ein und sind Ausdruck der scheiternden Austeritätsmaßnahmen in der Südperipherie, die zu einem Schrumpfen der Wirtschaftsaktivität und in Folge zu berechtigten Zweifeln an der Tragfähigkeit der Staatsschulden führen. Statt Wachstum, Wertschöpfung, Jobs und Einkommen organisiert man Schrumpfung, Arbeitslosigkeit und sinkende Realeinkommen.

Die Entwicklung der Summe aller realen saisonbereinigten Arbeitnehmerentgelte in Griechenland im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zuletzt in Q1 2011 ging es um -14,8% abwärts, nach -13,7% in Q4 2010. Für Q2 2011 liegen noch keine Daten vor.

Stellvertretend für den Niedergang der Wertschöpfung, der saisonbereinigte Output der breit gefassten griechischen Industrie von Januar 1995 bis Juni 2011 im Chart, laut den Daten von Eurostat. Der Output lag im Juni 2011 auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Datenreihe im Januar 1995.

Jeder Monat, in dem von den Versagern der Troika, die schwache Ökonomie Griechenlands weiter abgewirtschaftet wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit eines totalen Zusammenbruchs Griechenlands oder aber die Installation einer dauerhaften Transferunion. Es bleibt nicht nur ein Rätsel, wie eine gescheiterte Strategie und ein völlig destruktives Programm zur Sanierung Griechenlands solange beibehalten werden konnte und immer noch aktiv betrieben wird, sondern dies ist auch ein Beleg für entdemokratisierte Institutionen innerhalb der EU, die gegen jede wirtschaftliche Vernunft und zum Nachteil des Gemeinwohls der Eurozone agieren und stattdessen die Rettung der privaten Gläubiger und der Spezies im Bankensystem einseitig im Visier haben.

Keine Kommentare

Leave a comment

Login