Grüne kritisieren Cyber-Abwehrzentrum als „Show“

Am Donnerstag eröffnete Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) das Nationale Cyber-Abwehrzentrum. Nun wird ihm von den Grünen vorgeworfen, auf Showeffekte zu setzen.

Am Freitag sagte der Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Memet Kilic, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, es sei unstrittig, dass die konsequente Bekämpfung von Internet-Kriminalität an Bedeutung zunimmt und koordiniert werden muss. Dabei fehle Friedrich aber die europäische Perspektive. Denn ein nationaler Alleingang sei unzureichend. „Was nützt uns ein besserer Schutz in Deutschland, wenn französische Atomkraftwerke über das Netz angegriffen werden?“, so Kilic gegenüber der Zeitung. Zudem bemängelt der Innenexperte der Grünen die mangelnde personelle und finanzielle Ausstattung des Cyber-Abwehrzentrums. „Die neue Stelle darf nichts kosten, es soll kein zusätzliches Personal eingestellt werden, dafür aber gibt es einen neuen alarmierenden und modern klingenden Namen“, so Kilic weiter. Nach Meinung des Innenexperten versuche Friedrich durch Panikmache und den Hinweis auf mögliche Anschläge auf die Wasser- oder Stromversorgung vergeblich, seine Bedeutung und die des neuen Zentrums zu steigern.

Auch zur Abwehr solcher Attacken hatte Friedrich am Donnerstag in Bonn das Nationale Cyber-Abwehrzentrum eröffnet. Der Politiker erklärte, dass es sogenannte kritische Infrastrukturen schützen soll. Hierzu zählen alle Einrichtungen, die das öffentliche Leben bestimmen. Es gebe kein Netz mehr, das man als absolut sicher bezeichnen könne, so Friedrich weiter.

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