Hamas will Gilad Schalit freilassen

Israel hat sich mit der Hamas-Bewegung auf einen Gefangenenaustausch geeinigt. Das bestätigte der Hamas-Sprecher Abu Ubeida ebenso wie Israels Premierminister Netanjahu. Dabei soll auch der vor fünf Jahren verschleppte israelische Soldat Gilad Schalit freikommen. Im Gegenzug will Israel 1000 palästinensische Gefangene übergeben. Laut Netanjahu und Hamas könnte der Deal schon in den kommenden Tagen erfolgen.

Netanjahu sagte zu Beginn einer Sondersitzung seiner Regierung: „Es ist das beste Abkommen, das wir in diesen stürmischen Zeiten im Nahen Osten erzielen konnten.“ In einer Fernsehansprache ergänzte er, man habe sich in mühsamen Verhandlungen geeinigt. Er habe der Regierung ein Abkommen vorgelegt, mit dem Schalit „seinen Eltern und dem gesamten israelischen Volk gesund und wohlbehalten zurückgebracht“ werde, so Netanjahu.

Dank an deutschen Unterhändler

Netanjahu dankte auch dem deutschen Unterhändler sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Unterstützung. Es wird damit gerechnet, dass die israelische Regierung die Vereinbarung noch am Abend billigt.

Schalit war am 25. Juni 2006 von einem palästinensischen Kommando in den Gazastreifen verschleppt worden. An der Aktion waren drei Palästinensergruppen, darunter die Hamas, beteiligt. Im Jahr 2009 waren Verhandlungen zur Freilassung des Soldaten unter deutscher und ägyptischer Vermittlung fast zum Abschluss gekommen. Doch hatten sich die beiden Seiten letztlich nicht darauf einigen können, welche palästinensischen Häftlinge im Austausch für Schalit freikommen sollten.

Neue Friedensgespräche geplant

Außerdem könnten bald neue Friedensgespräche zwischen beiden Seiten folgen. Das Nahost-Quartett will Israel und die Palästinenser am 23. Oktober wieder an den Verhandlungstisch bringen. Es handle sich um den Vorschlag zu einem „ersten vorläufigen Treffen“ in Jordanien, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Konfliktparteien daran teilnehmen.

Der Vorschlag des Quartetts bestehend aus UNO, EU, USA und Russland sieht die Wiederaufnahme der Gespräche binnen eines Monats sowie einen Friedensvertrag innerhalb eines Jahres vor. Sollten Israelis und Palästinenser am 23. Oktober zusammenkommen, wäre es das erste Treffen seit mehr als einem Jahr.

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