Geschrieben am 15. September 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Deutschland,
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Historiker Benz „Auf PI läuft eindeutig Volksverhetzung“

Historiker Wolfgang Benz hat das Blog „Politically Incorrect“ analysiert – und spricht im FR-Interview über die Methoden der Islamhasser.

Stefan Herre PI News Besitzer

Herr Benz, Sie haben das Weblog „Politically Incorrect“ analysiert. Was sehen Sie darin?

Eine institutionalisierte Kampagne gegen eine Minderheit. Da werden Stichworte zu dem zentralen Thema – der Angst vor dem Islam – vorgegeben, die dem verschwörungstheoretischen Ansatz folgen, es gebe einen „Ansturm“ des Islam auf Europa. Der Islam drohe die Macht zu ergreifen und man müsse dem widerstehen.

Das hat Ausmaße einer Verschwörungstheorie?

Ja. Die These von der Islamisierungsgefahr wird ja nicht nur von „Politically Incorrect“ verbreitet. Es gibt Buchautoren mit hohen Auflagen, die die Losungen ausgeben und mit Scheinargumenten die These immer wieder aufs Neue bewiesen wollen: So wie die Türken vor Wien der islamische Ansturm mit Waffengewalt gewesen sei, erfolge heute der Ansturm auf Europa in den Wiegen muslimischer Frauen.

Sie haben die Methodik mit der des Antisemitismus verglichen.

Es gibt strukturelle Ähnlichkeiten: Gesteuert und angetrieben aus der Mehrheit mit Überfremdungsängsten werden Minderheiten mit negativen Eigenschaften belegt. Die deutlichste Parallele ist das religiöse Argument: Im 19. Jahrhundert wurden Juden als Feinde stigmatisiert, weil ihre Religion ihnen angeblich gebietet, aggressiv gegenüber Nichtjuden zu sein. Da haben selbst ernannte Talmut-Experten dem Publikum vorgefaselt, was alles an bösen Dingen im Talmut stehe. In der heute gängigen islamophoben Literatur und im Internet finde ich genau dasselbe Argument.

Studien zeigen auch, dass Moslems auf „PI“ die Vollwertigkeit als Mensch abgesprochen wird.

Das ist eine rassistische Parallele. Der kulturell-religiöse Vorwurf lässt ja die meisten Leute in einer so säkularisierten Gesellschaft wie unserer eher kalt. Aber wenn das gleichzeitig mit genetischen Eigenschaften vermischt wird und der Behauptung, dass Muslime mindere Menschen sind, die gar nicht integrationsfähig seien; dass sie nicht assimilationswillig seien – auch eine Parallele zum Antisemitismus – das ist die klassische Feindbildkonstruktion.

Sie haben sich für eine Beobachtung der Szene und von „Politically Incorrect“ durch den Verfassungsschutz ausgesprochen. Ist das wirklich schon Volksverhetzung, was dort stattfindet?

Eindeutig. Wenn ich öffentlich eine Minderheit diskriminiere, aufgrund ihrer Kultur, Religion oder sonstiger echter oder angedichteter Eigenschaften, ist das selbstverständlich Volksverhetzung. Das wird wohl jeder Richter formal in Nuancen anders entscheiden, aber ich als Vorurteilsforscher muss mit Analogien arbeiten, wenn die eindeutig sind.

Uns liegen Daten vor, wonach PI eine rassistische Organisation mit hoher Mobilisierungsfähigkeit ist. Was folgt daraus?

Dass diese Szene massiv mobilisieren kann, habe ich selbst erlebt. Seit ich mich zur Islamfeindlichkeit äußere, kann ich kaum noch auf Veranstaltungen dazu auftreten, ohne dass sie gestört werden. Das ist natürlich kein Fall für den Verfassungsschutz. Aber der Szene geht es um Volksverhetzung und Angriffe auf die Menschenrechte – das gehört selbstverständlich zu den Aufgaben des Verfassungsschutzes, egal, ob das als links- oder rechtsextrem etikettiert wird oder ob sich die Strömung zum Grundgesetz bekennt. Ein Kinderschänder sagt auch von sich, dass er Kinder liebt.

1 Kommentar

  1. bobermann

    3. Mai 2012 @ 16:22

    War nie besonders „Rechts“ denkend. Hab als Handwerker SPD und manchmal die Grünen gewählt.
    Da sah aber Alles noch anders aus. Habe langjährige arabische Freunde. Habe islamische Länder bereist usw. Aber was sich da in letzter Zeit zusammenbraut geht über mein Verständnis.
    Ich bin froh, dass es Websites wie PI und Andere gibt und das sich Leute mit dem Thema beschäftigen. Träumen doch nahezu Alle immer noch von Multikulti. Dass diese Sites auch über die Stränge schlagen finde ich verständlich angesichts von Mordaufrufen islamischer „Rechtsgelehrter“. Ich gebe es zu: Mir hängt der Islam mittlerweile zum Hals raus. Viele benehmen sich schlecht auch ihren Frauen und Kindern gegenüber.Schreihälse und Grobiane sind im Islam sehr verbreitet. Und Friede ist da auch keiner in Sicht.

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