Irak erlebt eine Welle der Gewalt

Die Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten im Irak nehmen wieder zu. In Basra und Bagdad sterben bei Anschlägen in Schiiten-Vierteln nach offiziellen Angaben mindestens 13 Menschen. Andere Quellen sprechen von mindestens 30 Toten. Bei Angriffen auf Polizeiwachen im Westirak kommen zudem Dutzende Sicherheitskräfte ums Leben.

Bei einer Serie von Autobombenanschlägen im Irak sind nach offiziellen Angaben mindestens 13 Menschen getötet worden. Bei einem Doppelanschlag in der südlichen Hafenstadt Basra kamen sieben Menschen ums Leben, wie Mediziner und Sicherheitskräfte mitteilten. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete dagegen von mindestens 11 Toten. Die erste Detonation ereignete sich in der Nähe eines belebten Platzes mit Restaurants und Geschäften. Die zweite Autobombe zündete nach Polizeiangaben in einem Busbahnhof.

Bei acht Anschlägen in der Hauptstadt Bagdad starben insgesamt sechs Menschen. Hier berichtete Reuters von mindestens 20 Toten. Zusammengenommen wurden bei den Attentaten mehr als 90 Menschen verletzt. In Bagdad zielten die Anschläge den Angaben zufolge vor allem auf Viertel mit einer überwiegend schiitischen Bevölkerung. Auch Basra wird überwiegend von Schiiten bewohnt. Zunächst bekannte sich niemand zu den Anschlägen.
Angriffe auf Polizeiwachen

In der irakischen Unruheprovinz Al-Anbar wurden in der Nacht bei Zusammenstößen mit Angreifern zudem 24 Polizisten getötet. Darunter waren nach Angaben von Polizei und Rettungskräften zwölf Polizisten, die am Samstag in ihrer Polizeiwache entführt worden waren und von Sicherheitskräften befreit werden sollten. Bei weiteren Toten soll es sich um Reisende handeln, die ebenfalls in der vorwiegend von Sunniten bewohnten Provinz verschleppt worden waren. Vier weitere entführte Polizisten wurden bei dem Befreiungsversuch verletzt.

Mindestens zehn Polizisten starben den Angaben zufolge am Sonntagabend bei zwei Angriffen auf zwei weitere Polizeiwachen in der Provinz. Bei Haditha, 190 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bagdad, kamen laut Polizei sieben Polizisten ums Leben als Islamisten Kontrollpunkte und Patrouillen angegriffen haben. In Rawa, das 260 Kilometer nordwestlich von Bagdad liegt, seien drei Polizisten getötet worden, zwei wurden verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Die Gewalt im Irak hat im April Ausmaße angenommen wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Nach UN-Angaben starben im vergangenen Monat mehr als 700 Menschen bei Anschlägen und Angriffen. Der Anstieg der Gewalt erinnert an die Jahre 2006/2007, in denen allerdings monatlich mehr als tausend Menschen getötet wurden. Die Gewalt geht vornehmlich von Ablegern der Extremistenorganisation Al-Kaida und anderen sunnitischen Gruppen aus, die mit vielen Anschlägen die von Schiiten dominierte Regierung schwächen wollen. Zudem verschärft sich die Lage im Irak zunehmend durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien.

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