Iran droht Siemens wegen angeblicher Stuxnet-Unterstützung

Laut einem Bericht der israelischen Zeitung Haaretz hat sich ein iranischer Offizier öffentlich über den Stuxnet-Virus geäußert und dabei neben den Erzfeinden Israel und USA auch den deutschen Hersteller Siemens für die Angriffe verantwortlich gemacht.

Gholamreza Jalali, Leiter der zivilen Verteidigung des Iran, erklärte demnach in der iranischen Zeitung Kayhan, dass die Untersuchungen den Ursprung des Virus in den USA und dem „zionistischen Regime“ ausmachen konnten. Der Iran müsse aber Siemens ebenfalls zur Verantwortung ziehen, denn nur mit der Hilfe des Unternehmens sei es möglich gewesen, das Kontrollsystem SCADA („Supervisory Control and Data Acquisition“) mit Hilfe des Virus anzugreifen. Siemens muss nach Meinung von Jalali erklären wie und warum die Feinde des Iran die notwendigen Informationen über den SCADA-Code erhalten konnten.

Bei dem Angriff habe es sich um einen feindseligen Akt gehandelt, der beträchtlichen Schaden angerichtet hätte, wäre es nicht zu sofortigen Gegenmaßnahmen gekommen. Wie groß der von Stuxnet angerichtete Schaden ist, bleibt aber dennoch eine große Unbekannte. Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat schon im November vergangenen Jahrs die Angriffe bestätigt, den Schaden aber als geringfügig dargestellt. Einige Experten gehen von einem bedeutenderen Rückschlag für Irans Atomprogramm aus. Das amerikanische „Institute for Science and International Security“ (ISIS) vermutet dagegen, dass nur 1.000 der insgeamt 9.000 Zentrifugen der Urananreicherungsanlage in Natanz beschädigt wurden. Wobei wiederum andere Quellen davon ausgehen, dass auch der Start des Kraftwerks Bushehr durch Stuxnet verzögert wurde.

Genaue Angaben über das Ausmaß des Schadens sind somit kaum möglich. Dennoch scheint man zu beabsichtigen, das deutsche Unternehmen als Handlanger bei dem Angriff zur Rechenschaft zu ziehen.

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