Iranischer Politiker spricht Mursi „politische Reife“ ab

Ist die Unterstützung der syrischen Rebellen eine „moralische Pflicht“? Ägyptens Präsident Mursi sieht es so – und brüskierte damit auf dem Gipfel der Blockfreien Staaten nicht nur das Assad-Regime. Auch Iran fühlt sich angegriffen, der ehemalige Vize-Außenminister übt scharfe Kritik.

Ein iranischer Parlamentarier hat die scharfen Worte von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi gegen das Regime in Syrien heftig kritisiert. Dem Ägypter „fehle die notwendige politische Reife“, um einen Gipfel der Blockfreien Staaten (NAM) zu leiten, sagte der ehemalige stellvertretende Außenminister Hussein Scheikholeslam der Nachrichtenagentur Mehr.

Mursi hatte die iranische Führung am Donnerstag brüskiert, indem er bei der Eröffnung des Blockfreien-Gipfels in Teheran die Unterstützung der Revolution in Syrien „eine moralische Pflicht sowie eine politische und strategische Notwendigkeit“ nannte. Die syrische Delegation verließ während der Rede den Saal. Mursi habe als NAM-Vorsitzender die Position Ägyptens zur Sprache gebracht, dies sei ein „großer Fehler“ gewesen, sagte Scheikholeslam.

Iran gilt als der stärkste Unterstützer Syriens in der Region. Mursi ist der erste ägyptische Präsident, der seit der Islamischen Revolution von 1979 Iran besucht. Die beiden Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen. Der Blockfreien-Gipfel endet am Freitag. Iran übernimmt von Ägypten für drei Jahre den Vorsitz der Bewegung.

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