Islamisten provozieren mit Foto von getötetem Soldaten

Im Internet veröffentlichte die Schabab-Miliz Bilder eines getöteten Soldaten – angeblich ein französischer Elitesoldat, der am Samstagmorgen ums Leben kam. Die Bilder zeigen den Toten in Tarnhose und blutgetränktem Hemd. Seine Augen sind weitaufgerissen. Nach Angaben der Miliz soll es sich dabei um den erschossenen Franzosen handeln, der an der missglückten Geiselbefreiung in Somalia beteiligt war.

Als Beweis dass es sich um den Franzosen handelt und zur Verhöhnung des Opfers, soll der zurechtgelegte Halsschmuck des Mannes dienen – ein silbernes Kreuz. Das Foto ist mit den Worten kommentiert: „Die Wiederkehr der Kreuzritter. Doch auch sein Kreuz konnte ihn nicht vor dem Schwert bewahren.“

Missglückte Geiselbefreiung in Somalia
Bei Kampfeinsätzen der französischen Streitkräfte gegen islamistische Rebellen im westafrikanischen Mali starb auch ein Hubschrauberpilot im Gefecht mit den mutmaßlich von Al-Kaida-Kämpfern angeführten Aufständischen.

Präsident François Hollande gestand in Paris den Misserfolg der Aktion zur Geiselbefreiung ein. „Der Einsatz hat keinen Erfolg, trotz des Verlusts zweier unserer Soldaten und zweifellos auch der Hinrichtung der Geisel“, heißt es in einer am Samstagabend verbreiteten Erklärung Hollandes. Ein französischer Soldat starb bei dem Einsatz, ein zweiter gilt seitdem als vermisst.

Wegen des Eingreifens der früheren Kolonialmacht in Mali wurde in Frankreich am Samstag auf Anordnung von Präsident François Hollande die Sicherheitsstufe erhöht. Er wies Regierungschef Jean-Marc Ayrault an, den Schutz von Regierungsgebäuden sowie des öffentlichen Nahverkehrs zu verstärken, wie die Medien berichteten.
Mit dem militärischen Eingreifen in Mali wuchs in Paris die Sorge um französische Geiseln in der Region.

Die Entführten sind teilweise seit Jahren in muslimisch geprägten Ländern Afrikas verschleppt. Die nordmalische Islamistengruppe Ansar Dine drohte in einer Erklärung allen in der muslimischen Welt lebenden Franzosen Vergeltung für das Eingreifen der französischen Streitkräfte an, wie ein BBC-Korrespondent berichtete.

Schicksal des verschleppten Geheimagenten weiter ungewiss
Bei der versuchten Geiselbefreiung in Somalia starben in Buula-Marer, rund 110 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu, nach Angaben von Anwohnern auch fünf Zivilisten und mehrere Al-Schabaab-Kämpfer. Das französische Militär sprach von mindestens 17 getöteten Rebellen.

Über das Schicksal des 2009 von der islamistischen Al-Schabaab-Miliz verschleppten französischen Geheimagenten Denis Allex gab es widersprüchliche Berichte. Während die Miliz erklärte, Allex sei noch Leben, befürchtet neben Hollande auch der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian, dass der Agent bei dem Einsatz umgekommen sein könnte.

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