Geschrieben am 31. Juli 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Ägypten,
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Islamisten stürmen Polizeiwache

Etwa 150 Islamisten haben eine Polizeiwache in Ägypten überfallen. Beim Feuergefecht zwischen ihnen und den Sicherheitskräften starben fünf Personen, mehr als ein Dutzend Angreifer wurden festgenommen.

In Ägypten haben Islamisten auf der an Israel angrenzenden Sinai-Halbinsel eine Polizeiwache gestürmt. Bei Kämpfen zwischen den Angreifern und Polizisten wurden in der Stadt al-Arisch fünf Menschen getötet und 19 weitere verletzt, bestätigten Sicherheitskreise am Samstag. Der Überfall ereignete sich am Freitag. 15 Personen, unter ihnen acht Palästinenser, wurden festgenommen.

Die rund 150 Angreifer auf die Polizeiwache waren zumeist schwarz gekleidet und trugen schwarze Fahnen mit der Aufschrift „Es gibt keinen Gott außer Gott“. Sie riefen Parolen, wonach sie aus dem Sinai ein „islamisches Emirat“ machen wollten. Bei dem Sturm zerstörten sie eine Büste des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat, der 1981 von islamistischen Extremisten ermordet worden war.

Die genaue Herkunft der festgenommenen Palästinenser, vermutlich aus dem benachbarten Gazastreifen, ist noch unklar. Die Polizei ermittle derzeit, ob sie legal über den Grenzübergang Rafah oder durch einen der zahlreichen Schmuggler-Tunnel nach Ägypten gekommen sind, hieß es.

In Kairo hatten am Freitag mehrere Hunderttausend Islamisten für einen Gottesstaat demonstriert. Es war die bisher massivste Demonstration der Stärke dieses Lagers seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak am 11. Februar. Die Teilnehmer riefen Parolen wie „Unsere Verfassung ist der Koran“. Die Kundgebung auf dem Tahrir-Platz war ohne Zwischenfälle verlaufen.

Mubarak-Prozess in Polizeiakademie verlegt

Auf dem Platz hatten im Frühjahr Hunderttausende Menschen für einen Machtwechsel im Land demonstriert. Mubarak, seine beiden Söhne, sein Sicherheitschef und sechs weitere Angeklagte müssen sich von Mittwoch an unter anderem wegen Korruption und der Tötung von Demonstranten vor Gericht verantworten. Allerdings könnte Mubaraks Gesundheitszustand das Verfahren verzögern – der 83-Jährige leidet an Krebs und verweigert die Nahrungsaufnahme . Sein Gesundheitszustand war zuletzt immer wieder Gegenstand von Spekulationen.

Um vor Gericht höhere Sicherheit gewährleisten zu können, ist der Prozess gegen den gestürzten Staatschef in eine Polizeiakademie am Stadtrand von Kairo verlegt worden. Geplant war der Prozess zunächst in einem Tagungszentrum in der Hauptstadt. Das Viertel, im dem die nun ausgewählte Polizeiakademie liegt, ist wesentlich weniger dicht besiedelt. Zu dem Prozess werden zahlreiche Zuschauer erwartet.

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