Islamisten töten US-Botschafter in Bengasi

Bei den Attacken auf US-Vertretungen in Libyen und Ägypten hat es mehrere Tote gegeben. Unter den Opfern befindet sich auch der US-Botschafter in Bengasi. Präsident Obama kündigt an, weltweit die Sicherheitsvorkehrung an amerikanischen Vertretungen zu erhöhen.

Washington/Kairo -Bisher war nur bekannt, dass bei den Angriffen auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi ein Diplomat getötet wurde. Nun meldeten sowohl das Innenministerium in Tripolis als auch die US-Regierung in Washington, dass sich unter den vier Toten auch der US-Botschafter im Land, J. Christopher Stevens, befindet.

Aus Protest gegen einen ihrer Meinung nach islamfeindlichen Film hatten die Angreifer am Dienstag das Konsulat in der ostlibyschen Stadt gestürmt.

Nach Angaben eines namentlich nicht genannten libyschen Offiziellen wurde der Auto-Konvoi des Botschafters mit Raketen beschossen. Stevens sollte demnach an einen sicheren Ort gebracht werden, als sich der Angriff ereignete. Laut den Angaben werden die Leichen des Botschafters und drei seiner Mitarbeiter mit einer Militärmaschine nun erst in die Hauptstadt Tripolis und dann weiter in die USA transportiert.

US-Präsident Barack Obama verurteilte den „abscheulichen Angriff“ auf die Botschaft. Er versprach, dass seine Regierung alle nötigen Ressourcen für die Sicherheit der Amerikaner in Libyen bereitstellen werde, und kündigte an, die Sicherheitsvorkehrung an allen diplomatischen Vertretungen in der Welt zu erhöhen.

In dem Film, von dem Ausschnitte im Internet bei YouTube zu sehen sind, wird der Prophet Mohammed beim Sex gezeigt und seine Rolle als Überbringer von Gottes Wort angezweifelt. Das Video wird von einem ägyptischen Christen in den USA beworben.

Auch vor der US-Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo war es in der Nacht zu Ausschreitungen gekommen. Dort stürmten Demonstranten auf das Botschaftsgelände, rissen die US-Flagge herunter und hissten eine schwarze Fahne mit einer islamischen Inschrift.

Die Menge wuchs im Verlauf des Abends immer mehr an, bis schließlich Tausende vor der Botschaft versammelt waren. Das ägyptische Außenministerium versicherte in einer Stellungnahme, es werde die diplomatischen Vertretungen sichern.

Terrorismusexperten erwarten weltweit weitere Ausschreitungen. Die höchste Gefahr drohe in Ländern mit militanten islamischen Rebellengruppen, teilte das auf die Beobachtung terroristischer Aktivitäten spezialisierte IntelCenter am Dienstag in Alexandria bei Washington mit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *