Israel bereitet Bodenoffensive vor

In Israel laufen die Vorbereitungen für eine Bodenoffensive im Gazastreifen – nach zweitägigen massiven Luftangriffen auf Häuser der radikalislamischen Hamas. „Die Armee ist für alle Möglichkeiten bereit“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts. „Die Operation wird ausgedehnt und fortgesetzt, bis der Beschuss auf unsere Städte aufhört und wieder Ruhe einkehrt.“ Die Armee zog 20.000 Reservisten für eine mögliche Bodenoffensive ein.

Nach Informationen von ARD-Korrespondent Richard C. Schneider wird Israel die 3. Brigade an die Grenze zum Gazastreifen verlegen. Diese Soldaten waren bereits bei dem achttägigen Gaza-Feldzug 2008 dabei. Eine Bodenoffensive könnte seiner Einschätzung nach schon am Wochenende beginnen.

Auch eine erneute Besetzung des Gazastreifens scheint nicht ausgeschlossen. „Ungeachtet der Tatsache, dass es hart sein wird, schwierig und kostspielig, werden wir Gaza zeitweise übernehmen müssen, wohl für einige Wochen, um die Stärkung dieser Terrorarmee zu unterbinden“, sagte der für die Geheimdienste zuständige Kabinettsminister Juwal Steinitz Radio Israel. Israel hatte sich 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen.

Offenbar mehr als 60 Tote seit Dienstag im Gazastreifen

In der Nacht griff die israelische Armee 322 Ziele im Gazastreifen an. Mindestens 17 Palästinenser wurden dabei getötet. Die Hamas und andere radikale Palästinensergruppen feuerten neun Raketen auf Israel. Mehrere kamen bis nach Tel Aviv und Jerusalem, Opfer gab es jedoch keine.

Am Abend war auch das einzige Atomkraftwerk des Landes in Dimona beschossen worden. Das Abwehrsystem „Eiserner Dom“ habe ein Geschoss abgefangen, die beiden anderen seien ohne Schaden anzurichten auf offenem Gelände niedergegangen, erklärte ein Armeesprecher.

Seit Beginn der israelischen Offensive gegen Ziele im Gazastreifen am Dienstag sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 68 Menschen getötet worden. Mehr als 400 seien verletzt worden, sagte der Ministeriumssprecher. Etwa zwei Drittel davon seien Zivilisten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *