Israel: Ein Krieg der Worte

Angriff auf den Iran ist sehr unwahrscheinlich.

Als der Iran noch Persien hieß und als noch der Schah auf dem Pfauenthron saß, hatte das damals noch junge Israel keine Probleme mit den Iranern. Doch seit in Teheran die Mullahs regieren und mit Mahmoud Ahmadinejad ein Präsident am Ruder steht, der den Holocaust leugnet, Israel dezitiert ausradieren und die Juden ins Mittelmeer treiben will, ist die Bedrohung eine sehr reale geworden.

Offenbar basteln die Mullahs schon fleißig an ihrer Atombombe. Haben sie schon in einem Jahr eine Einsatzbereite oder wird es noch ein paar Jahre dauern, bis es so weit sein wird? Auch der neueste Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) in Wien über das iranische Atomprogramm, der gestern veröffentlicht wurde, konnte diese Frage nicht klar beantworten.

Der schlüssige Beweis, ob tatsächlich etwas dran ist an der iranischen Superbombe, wird wohl dann erst erbracht sein, wenn ein erster Atomtest irgendwo unter dem Wüstenboden des Iran die Welt im wahrsten Sinn des Wortes erschüttert.

So weit wollen die Israelis es erst gar nicht kommen lassen. Einmal mehr drohen sie jetzt mit einem „Erstschlag“ gegen die iranischen Atomanlagen. Das wäre militärisch ein äußerst schwieriges Unterfangen, weil die Mullahs ihre Anlagen tief unter die Erde verlegt und auch nicht an einem Ort konzentriert haben. Vor allem aber wären die Folgen eines derartigen israelischen Angriffs militärisch, politisch und wirtschaftlich für die gesamte Region unabsehbar.

Der Ex-Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Meir Dagan, warnte kürzlich vor einem Angriff auf den Iran. „Das wäre eine ganz dumme Idee!“, sagte. Dennoch mussten viele Israelis in diesen Tagen den Eindruck bekommen, ein Angriff auf den Iran stehe unmittelbar bevor: Am Mittwoch testete Israels Armee erfolgreich eine Rakete, die nach Medienberichten mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden und bis in den Iran fliegen kann. Fast zeitgleich trainierte die israelische Luftwaffe über Sardinien Flüge zu weit entfernten Zielen. Und die Armee probte den Notfall und simulierte massive Raketenangriffe auf den Großraum Tel Aviv. .

Doch bei dem Säbelgerassel geht es wohl kaum um konkrete Kriegsängste. Die Israelis wollen rund um den IAEO-Bericht vor allem die propagandistische Gunst der Stunde nutzen, noch schärfere Sanktionen gegen den Mullah-Staat zu fordern. Ein rascher israelischer Waffengang ist sehr unwahrscheinlich. Aber der Krieg der Worte ist voll im Gang.

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