Geschrieben am 14. September 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Israel,
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Israel in der Sackgasse

Seine Aggressionskriege, seine Besatzungspolitik und seine Verhöhnung internationaler Rechtsnormen hat Israel zunehmend in die internationale Isolierung getrieben. Mit der jüngsten Erstürmung der israelischen Botschaft in Kairo, mit der Ausweisung des israelischen Botschafters aus der Türkei samt Abbruch der militär- und rüstungspolitischen Zusammenarbeit und mit der voraussichtlichen Anerkennung der nationalen Staatlichkeit Palästinas durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen noch in diesem Monat hat diese Entwicklung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Damit hat Israel innerhalb kürzester Zeit seine wichtigsten und einzigen islamischen Verbündeten verloren. Zugleich begreifen auch immer mehr Israelis, daß die sture, ganz auf die Verhinderung der palästinensischen Staatlichkeit fokussierte Politik der Netanjahu-Regierung in die Sackgasse geführt hat.

Vor dem Hintergrund eines radikal veränderten Nahen und Mittleren Ostens sind daher ohne einschneidende Veränderungen der israelischen Außenpolitik die Optionen zur Lösung der anstehenden Probleme äußerst begrenzt. Zugleich wachsen der Regierung in Tel Aviv die innenpolitischen Probleme über den Kopf. Seit Wochen äußert sich die soziale Unzufriedenheit der israelischen Bevölkerung in Massenprotesten gegen die neoliberale Verfaßtheit der israelischen Wirtschaft und Gesellschaft, die inzwischen sogar zur Verarmung der gebildeten Mittelschicht führt. Auch darauf hat die Netanjahu-Regierung bisher keine Antwort gefunden und wirkt wie gelähmt.

Am vergangenen Samstag landeten israelische Militärmaschinen im Morgengrauen in Kairo, um die Botschaftsangehörigen zu evakuieren. Die Notevakuierung in Kairo habe in fataler Weise viele Israelis an die Rettung der israelischen Botschaftsangehörigen aus dem Iran im Revolutionsjahr 1979 erinnert, schrieb die New York Times Anfang der Woche. Damals war dem zionistischen Staat aus dem verbündeten Schah-Regime urplötzlich ein unversöhnlicher Gegner erwachsen. Der Sturm auf die Botschaft in Kairo signalisiere dort eine ähnliche Entwicklung, egal ob die ägyptische Übergangsregierung nicht willens oder nicht fähig war, die Übergriffe der Massen zu stoppen.

Indessen versuchen israelische Regierungsvertreter der westlichen Welt die diplomatischen Spannungen mit Ägypten und der Türkei mit dem Schreckgespenst der islamischen Radikalisierung zu erklären. »Ägypten ist nicht auf dem Weg in die Demokratie, sondern auf dem Pfad der Islamisierung«, wird z. B. der israelische Diplomat und Exbotschafter in Kairo in US-Medien zitiert. Und weiter: »Es ist dasselbe in der Türkei und in Gaza. Genau so hat es 1979 in Iran begonnen«. Fakt ist jedoch, daß die islamistische Moslem-Bruderschaft in Ägypten sich gegen die Erstürmung der israelischen Botschaft ausgesprochen hatte und die gewaltbereiten Aktivisten hauptsächlich aus den Reihen säkularer Bewegungen kamen.

Die potentiellen militär-strategischen Folgen der rasanten Verschlechterung der israelischen Beziehungen zur Türkei und zu Ägypten sind schwerwiegend und erfordern laut New York Times »ein radikales Umdenken der israelischen Verteidigungsdoktrin«. In den letzten drei Jahrzehnten habe Ruhe an der Grenze zu Ägypten geherrscht, selbst wenn gegen Gaza oder Libanon Krieg geführt wurde. Damit ist nun Schluß. Zugleich stellt die Ankündigung der Türkei, sich den Gasexplorationsplänen Israels im östlichen Mittelmeer zu widersetzen, das Förderabkommen mit Zypern in Frage und droht zugleich, einen Konflikt mit Libanon über die Förderrechte anzuheizen.

2 Comments

  1. Haso

    15. September 2011 @ 09:27

    Hoffentlich wird Palastina anerkannt und Libyen, Tunesien und Syrien sollten dann ebenfalls wie Ägypten und Türkei Druck ausüben. Dann wäre Israel aus einmal so klein und Lammfrom haha

  2. business review

    16. September 2011 @ 16:50

    .Vize-Ministerprsident und Geheimdienstminister Dan Meridor bezeichnete die Vorkommnisse im israelischen Rundfunk als Angriff auf den Frieden zwischen Israel und gypten und die Stabilitt in Nahost . Die eigentliche Macht liegt seit dem Sturz des Regime-Mubarak beim Militrrat..Seit Wochen ist es vor der israelischen Botschaft in Kairo immer wieder zu Protesten gekommen. Israelische Sicherheitskrfte hatten sie bei der Verfolgung mutmalicher palstinensischer Terroristen an der gyptisch-israelischen Grenze vor drei Wochen erschossen.

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