Geschrieben am 16. April 2011 von Abou Jamal abgelegt in der Kategorie International, Israel,
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Israel ist zu jüdisch: Schuld haben die linken „Zionisten“

Groucho Marx witzelte einmal: „Ich lehne es ab irgendeinem Club beizutreten, der mich als Mitglied haben will.“ Für jüdische Hardcore-Linke ist diese Äußerung mehr Fakt als Spaß, insbesonsdere, wenn es um Israels Jüdisch sein geht.

Linke sind am amüsantesten, wenn sie anderen Linken vorwerfen nicht links genug zu sein, besonders wenn es um Israel geht. Nach Mira Adler-Gilles, jüdisch-australische Weltbürgerin (die bald bescheinigt bekommen wird an einer Universität in Ihrer Nähe lehren zu können) ist das „Versagen der israelischen Demokratie“ (an sich schon ein Paradox) der Fehler der „Akademiker und Intellektuellen der Linken“, die einfach nicht bereit sind „die ideologische Struktur des Staates zu verurteilen“.

Für Adler-Gilles liegt der inhärente Fehler Israels in der jüdischen Natur des Staates. Nach ihr leisten linke Zionisten wie Peter Beinhart, die sich frei fühlen die IDF und die israelische Regierung zu kritisieren, während sie stolz den Davidstern und die Streifen schwenken, der internationalen Gemeinschaft einen Bärendienst, indem sie eine gemischte Botschaft schicken. Nach Angaben der Ultralinken ist „die zionistische Demokratie“ ein widersprüchlicher Begriff. Daher liegt das Problem nicht in der Politik Israels; es liegt in Israels jüdischer Identität.

Die Autorin argumentiert, die Existenz Israels gründe auf zwei Behauptunen: „Ein unbedeutender historischer Anspruch, der von biblischen Verbindungen zum Land abhängt“ und der nach dem Holocaust gestellte Anspruch der Viktimisierung. Mit anderen Worten: Die Bibel ist zu alt, um in die Kanone dieser Doktorandin zu passen; und was die „Behauptung“ angeht, kollektives Opfer von rund 2.000 Jahren ein- und ausgeschalteter Verfolgung in der Welt angeht, die in Gaskammern endete, nun, das nutzt Israel allenfalls als Vorwand um die Palästinenser zu drangsalieren.

Es ist so, als sei – für Adler-Gilles – die Welt ein Klassenzimmer und die Juden die Rabauken. Die „defensive“ Mentalität der Diaspora gegenüber Israel und seinen Kritikern ist Beleg für die Unfähigkeit der Zionisten „sich als aktiven Teilnehmer in der Welt anzuerkennen, gegen die es protestiert“. Böse, böse Juden, dass sie ihr Existenzrecht angesichts endloser Drohungen verteidigen. Die internationale Gemeinschaft gab euch einen Staat; was wollt ihr mehr? Wenn ihr in Frieden leben wollt, dann müsst ihr die Spielregeln einhalten. Immerhin sind wir diejenigen, die das Sagen haben.

Die Ultralinke ist nicht dagegen, dass Juden in Frieden leben – so lange sie es so machen wie alle anderen. Zionismus, die Ideologie eines jüdischen Staates – das ist das Böse, das den Dialog plagt. Adler-Gilles verlässt sich auf das gewöhnliche linke Geschwätz und hat kein Problem damit die Fehler des Zionismus herunterzubeten, einschließlich, aber nicht beschränkt auf diese: undemokratisch, inhärent gewalttätig und rassistisch. Denken Sie daran, dass dies der Standpunkt eines Flügels der Politik ist, der keinen Widerspruch darin sieht, wenn nicht Heterosexuelle für Palästina demonstrieren gehen, aber immer noch nicht offen die krasse Misshandlung und den Missbrauch – einschließlich Ehrenmorden – von Frauen in der muslimischen Welt kritisiert haben.

„Israel sollte wie alle anderen Staaten sein, ein Ort, an dem Juden, wie alle anderen, in Sicherheit leben können und an dem keine anderen Menschen unwillkommen sind.“ Lesen Sie den Satz bitte noch einmal, ohne die sorgfältig gesetzten Kommas und die dahinter steckende Spitze wird deutlich: „Israel sollte wie alle Staaten.“ So können linke Organisationen wie J-Street behaupten pro-Israel zu sein, während sie alles in ihrer Macht stehenden tun, um den jüdischen Staat in den Rücken zu stechen. Sie haben kein Problem mit der Existenz Israels, so lange Israel sich an die Regeln hält. Wenn Israel zur Ausnahme wird, dann geht es nicht mehr im Gleichschritt mit dem Rest der Welt und das darf einfach nicht sein.

All ihre Vorwürfe gegen die von Angst bestimmte Opferrolle des Zionismus schaut Adler-Gilles durch genau dieses Objektiv der Angst, die von linken Juden getragen wird. Wenn wir uns zu sehr vom Rest der Welt unterscheiden, wenn wir zu jüdisch sind, dann passen wir nicht hinein. Deshalb ist der Zionismus für die Ultralinke eine so große Bedrohung: Nicht weil er undemokratisch ist (das ist er nicht), nicht weil er gewalttätige ist (das ist er nicht) und nicht weil er rassistisch ist (das ist er nicht), sondern wegen der jüdischen Einzigartigkeit in Form einer nationalen Identität.

Und für eine Politik, die „jüdisch“ als Ausnahme ansieht, ist das letzte, was man als Jude will, dass man aus der Masse herausragt.

1 Kommentar

  1. Israel-Nachrichten vom 23.04.11 Reise-Hinweis.de

    23. April 2011 @ 16:55

    […] politik-news.net fanden wir diesen Post lesenwert: Israel ist zu jüdisch: Schuld haben die linken ?Zionisten … Im Beitrag heisst es: Für Adler-Gilles liegt der inhärente Fehler Israels in der […]

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