Israel tötet Hisbollah-Kämpfer auf syrischem Territorium

Israel hat nach Darstellung der radikalislamischen Hisbollah-Miliz mehrere ihrer Kämpfer im syrischen Teil der Golanhöhen angegriffen und sechs teils hochrangige davon getötet.

Dies meldete die schiitische Organisation am Sonntagabend über ihren Sender Al-Manar im Libanon. Der Sender warnte, Israel spiele mit dem Feuer und gefährde die Sicherheit im ganzen Nahen Osten. Hisbollah-Angehörige in Dörfern und Städten entlang der Grenze zu Israel wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Anwohner im südlichen Libanon und der Hauptstadt Beirut flüchteten von den Straßen, weil sie eine erneute Eskalation des Konfliktes der beiden Erzfeinde fürchteten.

Unter den Getöteten ist nach Angaben eines Hisbollah-Vertreters Dschihad Mughnijeh, der 1989 geborene Sohn des 2008 in Damaskus getöteten Hisbollah-Funktionärs Imad Mughnijeh. Auch hinter dessen Tod vermutet die Hisbollah Israel. Bei dem Angriff am Sonntag sollen auch der hohe Hisbollah-Funktionär Mohammed Issa sowie mindestens ein Kämpfer mit iranischer Nationalität umgekommen sein. Israel kommentierte die Meldungen nicht.

Der Vertreter der Hisbollah sagte, Israel habe in der Region Masrat al-Amal im syrisch kontrollierten Teil der Golanhöhen zwei Fahrzeuge mit Hisbollah-Kämpfern angegriffen. Diese hätten dort Stützpunkte inspiziert. Israelische Hubschrauber sollen Raketen auf sie abgefeuert haben. Die Region liegt nahe der von Israel kontrollierten Grenze.

Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und staatliche syrische Medien meldete den israelischen Angriff und berichtete, er habe auf zwei Fahrzeuge und ein Haus stattgefunden. Der Organisation zufolge waren die Kämpfer in der Region, um Attacken entlang der Grenze zu Israel zu planen.

Die Hisbollah kämpft an der Seite der Regierungstruppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, den Rebellen seit 2011 zu stürzen versuchen. Dschihad Mughnijeh soll der höchstrangige Hisbollah-Kämpfer sein, der in Syrien umkam.

Israel und die Hisbollah hatten 2006 einen verheerenden Krieg gegeneinander geführt, seither eine direkte Konfrontation aber vermieden. Am Donnerstag betonte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah jedoch, die Raketen der Gruppe könnten jede Region Israels erreichen. Zudem drohte Nasrallah mit einer Invasion Nordisraels im Falle eines weiteren bewaffneten Konflikts.

Seit Beginn des Kriegs in Syrien hat Israel mehrfach Ziele dort angegriffen, darunter Waffenlieferungen an die Hisbollah. Zuletzt attackierten israelische Kampfjets im Dezember Ziele nahe dem Flughafen von Damaskus sowie in der Nähe einer Stadt an der Grenze zum Libanon.

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