Geschrieben am 12. September 2012 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Israel, USA,
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Israel und USA sind am Tiefpunkt angelangt

Israelische Medien berichten von einem neuen Tiefpunkt im Verhältnis Tel Aviv–Washington: Obama werde den israelischen Premier bei dessen USA-Besuch nicht treffen. Das Weiße Haus wiegelt ab.

Washington und Tel Aviv bemühen sich, Verstimmungen zwischen beiden Regierungen herunter zu spielen. US-Präsident Barack Obama und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hätten in einem Telefonat ihre „Einheit“ im Umgang mit dem iranischen Atomprogramm bekräftigt, teilte das Weiße Haus in Washington mit. In dem einstündigen Gespräch hätten beide Politiker die Gefahren durch das Atomprogramm diskutiert und sich der gegenseitigen engen Zusammenarbeit versichert. Beide hätten bekräftigt, darin „einig“ zu sein, den Iran davon abzuhalten, in den Besitz einer Atombombe zu kommen. Gleichzeitig wird die Rhetorik aus Israel gegen den Iran schärfer.

„Beziehungen auf dem Tiefpunkt“

Der Einigkeitsbekundung war ein diplomatisches Verwirrspiel um ein geplantes Treffen des israelischen Regierungschefs mit dem US-Präsidenten bei einem New-York-Besuch Ende des Monats vorausgegangen. Nach Berichten israelischer Medien hatte Benjamin Netanjahu um ein Gespräch mit Barack Obama gebeten, aber eine Absage bekommen. Die Zeitung „Haaretz“ hatte bereits von einem neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen beiden Politikern gesprochen. Es wäre das erste Mal in seiner Amtszeit, dass Netanjahu in die USA fliegt, ohne Obama zu sehen.

Das Weiße Haus hat nun dementiert, dass Obama ein Treffen mit Netanjahu am Rande der UN-Generalversammlung abgelehnt habe. Eine Begegnung sei schlicht nicht möglich, weil sich beide nicht zur selben Zeit in New York aufhielten, stellte Sprecher Tommy Vietor klar. Nach Angaben eines ranghohen israelischen Regierungsbeamten, der anonym bleiben wollte, wurden Terminschwierigkeiten wegen des Wahlkampfes als Grund für die Absage genannt.

Obama schickt Hillary Clinton

Vietor sagte nun dazu, dass Obama am 24. September, einem Montag, in New York eintreffe und am Dienstag wieder abreisen werde. Netanjahu treffe aber erst später in New York ein. „Sie sind schlicht nicht zur selben Zeit in der Stadt“, sagte der Sprecher. Aber beide Politiker hätten häufig Kontakt miteinander, und Netanjahu werde sich während seines Besuches mit anderen hohen Regierungsbeamten treffen, darunter Außenministerin Hillary Clinton.

Beide Länder liefern sich seit Tagen einen Schlagabtausch über rote Linien im Atomkonflikt mit dem Iran. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte „Verhandlungen als den weitaus besten Ansatz“ bezeichnet, den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. Darauf reagierte Netanjahu mit Empörung. „Jene in der internationalen Gemeinschaft, die sich weigern, dem Iran rote Linien zu ziehen, haben kein moralisches Recht, Israel rotes Licht (für einen Angriff auf den Iran) zu zeigen“, sagte er.

Die Regierung in Washington habe sich geweigert, im Atomstreit eine härtere Haltung gegenüber der Islamischen Republik einzunehmen, begründete Netanjahu in Jerusalem die ungewohnt deutlichen Worte. Die schärfere Rhetorik nährt Spekulationen, Israel könnte den Iran vor der US-Präsidentenwahl im November angreifen – in der Hoffnung, dass Obama aus Rücksicht auf die israelische Lobby in den USA kein Veto einlegt.

Drohungen in Richtung Teheran

Der israelische Ministerpräsident richtete deutliche Drohungen in Richtung Teheran. Sollten die Weltmächte dem Iran keine klaren Grenzen setzen, werde sich sein Land nicht mehr zurückhalten. „Die Welt sagt Israel: ‚Wartet, es ist noch Zeit‘. Und ich sage: ‚Warten worauf, warten wie lange?'“ Wenn dem Iran keine klare Grenze, keine Fristen gesetzt würden, dann arbeite dieser ungehindert weiter daran, die Atomwaffenfähigkeit zu erlangen und dann die Atombombe.

Das Verhältnis zwischen Netanjahu und Obama gilt seit langem als gespannt. Netanjahu befürchtet einen zweiten Holocaust, sollte der Iran, der Israel mit Vernichtung droht, Atomwaffen erlangen. Nur wenn sich Israel sicher sein könne, dass Amerika den Iran auch später noch militärisch stoppen werde, könne es von einem baldigen Angriff absehen, spekulierten israelische Medien. Der Iran bestreitet trotz deutlicherer Berichte der Internationalen Atomenergiebehörde ( IAEA) , Atomwaffen zu entwickeln.

1 Kommentar

  1. yunus

    13. September 2012 @ 21:28

    die anschäge in der türkei häufen sich enorm da steckt sicherlich syrien und der iran mit dahinter.

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