Israels Militär erschießt Palästinenserin

Israelische Soldaten haben am Grenzzaun zum Gazastreifen eine Frau erschossen. Diese war nach palästinensischen Angaben psychisch krank. Die Leiche der 58-jährigen Amena Kadeh sei am Samstag in der Nähe des Zaunes auf der Höhe von Chan Junis gefunden worden, teilten die Behörden in Gaza mit.

Das israelische Militär bestätigte, dass sich in der Nacht zuvor eine Person der Sperranlage genähert habe und auch nach Aufforderungen und Schüssen in die Luft nicht umgekehrt sei.

Daraufhin hätten die Soldaten auf die Person gezielt und getroffen. An dem Zaun wurden in der Vergangenheit wiederholt Bombenanschläge auf Israels Militär verübt.

Bombardement gegen Abschussrampe

Die israelische Luftwaffe hatte am Freitagabend eine Abschussrampe für Raketen im Gazastreifen bombardiert. Offenbar ging das Militär davon aus, dass ein Angriff von Extremisten unmittelbar bevorstand.

Der Angriff sei notwendig gewesen, um eine drohende Gefahr für Israel abzuwenden, teilte das Militär am Freitagabend über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter mit. Von Opfern in der Enklave am Mittelmeer wurde zunächst nichts bekannt. Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas spricht Israel das Existenzrecht ab; zugleich versucht sie derzeit offenbar aber, noch extremistischere Splittergruppen von Angriffen auf das Land abzuhalten.

Im Friedensprozess zwischen Israel und Palästinensern gibt es derzeit keine Fortschritte. Die Palästinenser lehnen laut ihrem Chefunterhändler eine Verlängerung der Gespräche ab. Eine Fortsetzung über die Ende April auslaufende Frist für den Abschluss eines Friedensvertrags hinaus ergebe „keinen Sinn“, solange Israel das internationale Recht verletze, hatte der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat in der vergangenen Woche gesagt.

US-Außenminister John Kerry hatte den beiden Parteien nach dem Start der jüngsten Verhandlungsrunde Ende Juli eine neunmonatige Frist für eine Einigung gegeben. Zuletzt regte er aber eine Verlängerung an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *