Juden zünden Moschee an

Jüdische Siedler haben in einer Moschee im Westjordanland Feuer gelegt. Hintergrund sind offenbar Auseinandersetzungen um eine illegale jüdische Siedlung.

Ramallah – Der Streit um eine illegale jüdische Siedlung im Westjordanland eskaliert. Am Dienstag legten jüdische Siedler Feuer in einer Moschee. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen steckten sie in dem Gebetshaus in einem Dorf nordöstlich von Ramallah Autoreifen in Brand. Dabei seien aber nur Gebetsteppiche beschädigt worden. Außerdem schmierten sie Parolen auf die Mauern der Moschee und angrenzender Häuser.

Ein israelischer Armeesprecher bestätigte die versuchte Brandstiftung, bei der es sich offenbar um einen Racheakt für eine Auseinandersetzung um die illegale jüdische Siedlung Ali Ajan nördlich von Ramallah handelte. Dabei waren am Donnerstag sechs israelische Polizisten und fünf Siedler verletzt worden. Polizisten, Grenzbeamte und Soldaten hätten vier vor Kurzem illegal errichtete Gebäude nahe der Siedlung zerstören wollen, sagte ein israelischer Polizeisprecher. Sie seien bei ihrer Ankunft von den Siedlern mit Steinen beworfen worden. Bei den Zusammenstößen seien drei Siedler festgenommen worden.

Direkt im Anschluss kam es bereits in der vergangenen Woche zu einem Zwischenfall: In einigen Kilometern Entfernung von der illegalen Siedlung wurde nach Angaben der israelischen Armee eine Brandbombe auf einen Polizeiwagen geworfen. Das Auto brannte vollkommen aus.

Israel geht immer wieder gegen jüdische Siedlungen im Westjordanland vor, die ohne staatliche Genehmigung errichtet wurden. Dabei handelt es sich häufig aber um nicht mehr als eine kleine Ansammlung von Hütten oder Zelten. Allerdings werden auch immer wieder illegal errichtete Siedlungen im Nachhinein von den israelischen Behörden anerkannt.

Im Westjordanland gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. Die internationale Gemeinschaft betrachtet sie als illegal. Sie müssten demnach geräumt werden.

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