Geschrieben am 26. Mai 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Israel, Palästina,
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Jüdische Historiker Ilan Pappe schrieb ein Buch mit den Titel „Die ethnische Säuberung Palästinas

1947 bis 1948 hieß es in Israel offiziell, das Land sei quasi leer gewesen. Eine andere Variante lautet: Die Palästinenser hätten sozusagen freiwillig, in vorauseilendem Gehorsam, ihre Häuser verlassen. Eine neue Generation israelischer Historiker, wie Benny Morris oder Tom Segev, räumten mit diesen Mythen auf. Sie gingen aber nicht weit genug, meint der jüdische Historiker Ilan Pappe.

Pappe schrieb ein Buch mit den Titel „Die ethnische Säuberung Palästinas“. Der Exodus der Palästinenser war keine unglückliche Begleiterscheinung des Krieges, sondern eine von langer Hand geplante ethnische Säuberung.

Ein wichtiges Instrument waren dabei die sogenannten ‚Dorfdossiers. In diesen Akten hatten die Jewish Agency und der Jüdische Nationalfonds seit den 1930er Jahren akribisch alle arabischen Dörfer und ihre Bewohner erfasst. Bereits 1943 erklärten jüdische Geheimdienstler stolz, der Katalog sei nun vollständig. 1948, so Pappé, seien die Dossiers dann genutzt worden, um palästinensische Dörfer leichter evakuieren und jeden Widerstand im Keim ersticken zu können – unter anderem durch gezielte Hinrichtungen unter der männlichen Bevölkerung. Ilan Pappé beschreibt detailliert das Vorgehen der jüdischen Militärs in den arabischen Orten zwischen 1947 und 1949, das vielfach dem Schema des sogenannten „Plan Dalet“ folgte:

Angriff, Gefangennahme und teilweise Tötung der Männer, Vertreibung der restlichen Bewohner, Plünderung und anschließende Zerstörung der Gebäude, Verminung der Trümmer, um eine Rückkehr zu verhindern. Anschließend wurde den flüchtenden Frauen und alten Menschen oft noch Geld und Schmuck abgenommen. Ob ein Dorf sich an kriegerischen Handlungen beteiligt hatte, war dabei nicht entscheidend. Ziel war, in Britisch-Palästina (und nach der Staatsgründung in Israel) eine jüdische Bevölkerungsmehrheit zu schaffen.

Aus den Tagebuchaufzeichnungen ranghoher Militärs geht hervor, dass es bei Überfällen jüdischer Soldaten auf PalästinenserInnen offenbar regelmäßig zu Vergewaltigungen kam. In einem besonders krassen Fall wurde eine Zwölfjährige entführt, tagelang von mehr als 20 Soldaten vergewaltigt und schließlich getötet. Dies war einer der ganz wenigen Fälle, wo beteiligte Soldaten später von einem israelischen Gericht verurteilt wurden – zu maximal zwei Jahren Haft. Viele andere Fälle wurden zwar bekannt, aber nie verfolgt.

Kritische Fachkollegen wie der inzwischen zum rechtszionistischen Lager gewechselte Benny Morris werfen Pappé vor, dass er sich bei seiner Schilderung der Ereignisse zu stark auf mündliche Augenzeugenberichte stütze. Doch solche Kritik wirkt deplaziert, denn Pappé ist ein sorgfältiger Wissenschaftler, der die Verlässlichkeit seiner Quellen wohl zu gewichten weiß. Die wesentlichen Aussagen seiner Studie basieren auf autorisierten schriftlichen Quellen, seien es Dokumente aus israelischen Militärarchiven oder persönliche Aufzeichnungen führender israelischer Militärs und Politiker.

Die Verbrechen der Zionisten und des Staates Israel waren ein geplantes Vorgehen welches
ideologisch, militärisch und politisch vorbereitet worden war und von den Führungspersonen wie Ben Gurion ausdrücklich erwünscht und gedeckt worden ist. Das Buch beschreibt detailliert den sogenannten Plan DALET der unter Anleitung von Ben Gurion und wenigen Beratern entwickelt und durchgesetzt wurde und der nur ein Ziel hatte: Vertreibung der Palästinenser aus ihrer Heimat mit jeder dazu nützlichen Methode.

Wie der Autor in den Schlusskapiteln seines Buches nachweist ist die Säuberung nicht beendet, das „hässliche Gesicht der Besatzung“ vertreibt nach wie vor Palästinenser, sprengt ihre Häuser, erschießt Unbeteiligte. Nach wie vor wird das Rückkehrrecht verweigert. Damit ist dem Friedensprozess sicher nicht gedient und die HAMAS erhält neuen Zulauf.

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