Krise um Inseln im Ostchinesischen Meer spitzt sich wieder zu

Eigentlich schien sich der Konflikt zwischen Japan und China um die Senkaku- / Diaoyu-Inseln abgekühlt zu haben. Doch nun könnte die Auseinandersetzung um die unbewohnten Eilande im Ostchinesischen Meer wieder aufflammen. Das Militär beider Länder unternahm aktuell Flüge über der Region, Tokio stellt sogar eine gesonderte Marineeinheit auf, um einen möglichen chinesischen Vorstoß abzuwehren.

Nach japanischen Medienangaben sind Militärflugzeuge Chinas in die sogenannte Luftabwehr-Erkennungszone Japans eingedrungen. Chinas Außenministerium bestätigte am Freitag zwar grundsätzlich den Einsatz. Sprecher Hong Lei bzeichnete die Flüge jedoch als Routineeinsätze.

In Japan werden die Flüge dagegen offenbar als Bedrohung wahrgenommen. Das Militär schickte im Anschluß eigenen Maschinen vom Typ F-15 in das Gebiet. Zudem beschloß die Regierung in Tokio die Aufstellung einer Sondertruppe. Insgesamt 400 Mann mit 12 Schiffen sollen einen chinesischen Vorstoß zurückschlagen, heißt es in Berichten. Zuständig für die Spezialeinheit ist offenbar die Behörde für Meeressicherheit.

Die fünf Inseln und drei Riffe der Senkaku- / Diaoyu-Inseln mit einer Gesamtfläche von fünf bis sechs km² sind zwischen China und Japan umstritten, werden jedoch von Tokio verwaltet. Auch Taiwan erhebt Anspruch auf die Inseln. Der Streit führte in der Vergangenheit mehrfach zu diplomatischen Verwicklungen. Eskaliert ist die Situation, nachdem die Präfektur Tokio drei der bislang in Privatbesitz befindlichen Eilande erwarb.

Hintergrund des Streit sind – neben grundsätzlichen Erwägungen – die seit Ende der 80er Jahre in dem Meeresgebiet um die Inseln vermuteten reichhaltigen Erdöl- und Erdgasvorräte.

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