Geschrieben am 29. Mai 2011 von Abou Jamal abgelegt in der Kategorie Libyen, Nahost,
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Libyen: Rebellen geht das Geld aus – Übergangsrat bittet um Geld während Nato Angriffe auf Tripolis fliegt

Am 19. März wurde auf einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates die Resolution 1973 beschlossen, die die Schaffung einer Flugverbotszone über Libyen und militärische Angriffe zum Schutz der Zivilbevölkerung festlegte. Damit sollte verhindert werden, dass Gaddafi-Truppen die Revolutionshochburg Benghasi zurückerobern konnten. Gesagt, getan, begannen die Angriffe von Seiten der Willigen: Frankreich, Großbritannien und den USA. Alle anderen Mitgliedstaaten der Nato hielten sich eher zurück.

Die Nato war noch nie ein einfaches Bündnis, geschweige denn je einer Meinung. In Sachen Libyen und Libyenangriff wurde dies einmal mehr besonders deutlich. Seit über zwei Monaten fliegen die Nato-Mitglieder nun Angriffe, vermehrt auch auf Tripolis, ohne einen bisher durchschlagenden Erfolg zu erzielen, der den Krieg als beendet erklären könnte. Die Angriffe auf die libysche Hauptstadt und Einrichtungen der Führung gehen unvermindert weiter. Man scheint aber nicht wirklich Erfolge erzielen zu können.

Eine Wendung gab es jedoch in Sachen Nato-Eingriff in Libyen: Russlands Stellung zu den Angriffen gegen Gaddafi haben sich geändert. Man nutze den G8-Gipfel, um in einer am Rande abgehaltenen Sitzung, seine Überzeugung zum Ausdruck zu bringen, dass Gaddafi weg muss. Russland will sich nun intensiv in Libyen einbringen und sandte (oder wird dies in den nächsten Tagen tun) einen Sondergesandten nach Libyen.

Man will sich vermittelnd einbringen, wie auch immer das aussehen soll. Überraschend war die Wende der russischen Politik jedoch schon. Nun bleibt abzuwarten, ob und inwiefern Russland Gaddafi und dessen Anhänger zur Aufgabe überzeugen können. Fakt ist, dass sich der Westen in der Beurteilung des Kampfes sicher geirrt hat. Es ist wahrscheinlicher, dass man von einem schnellen Manöver ausging und nicht von einem zähen, langen Kampf. Aber, was tut man nicht alles, um sich den Zugang zu den Bodenschätzen zu sichern.

Während die Nato also weiter ihre Angriffe gegen die libysche Hauptstadt fliegt, warnte der Finanzminister des Übergangsrates, dass den Rebellen die Gelder ausgehen könnten. Schon vor geraumer Zeit fragten die Rebellen nach Geldern an, diese scheinen aber bisher ausgeblieben zu sein oder nur so gering gewesen zu sein, dass sie nicht ausreichen.

Die Kritik des Finanzministers ist durchaus bestimmend. Der Übergangsrat, indem übrigens ziemlich viele aus der alten Gaddafi-Riege sitzen, fordert finanzielle Unterstützung ein. Bisher schickten die Westmächte angeblich nur Abgeordnete, die Verträge schlossen, aber kein Geld brachten. Anders könnte das der Fall bei Kuwait und Qatar sein, bei denen sich der Finanzminister doch sehr betont bedankte. Wäre ja auch gelacht, wenn nicht gerade Qatar Geld geben würde für die Revolutionäre, die die Hauptakteure in den Nachrichten von al-Jazeera sind.

Die Freundschaftsebene unterstreichend fordert der Finanzminister des Übergangsrates Gelder an und forderte, aufzuhören mit dem Gerede. Da ist man wohl nicht ganz mit der Verteilung der Milliarden aus dem G8-Gipfel zufrieden? Klar, braucht man für den Aufbau eines freien, unabhängigen Libyens Geld, aber der Westen wird wohl nur gegen eine Gegenleistung zahlen. Solange wohl kein Zugriff auf Öl gesichert ist, dürfte es mit rollenden Rubeln schlecht aussehen, zumal die militärische Hilfe ja auch Millionen (oder mehr) frisst.

Ob Gaddafi noch am Leben ist und wo er sich aufhält, darüber gibt es, nachdem Gerüchte gestreut wurden, keine weiteren Angaben. Fakt ist aber, dass der Krieg länger dauert als vermutet und sehr viel schlauchender ist, als man dies wohl erwartet haben dürfte.

1 Kommentar

  1. spital8katz

    11. Juni 2011 @ 12:55

    Mir geht auchdas Geld aus.

    Wer hilft mir?

    Und nach Gaddi kommt eh ein totaler Muselstaat…

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