Libyenkrieg: Angst vor den neuen Freunden

Jetzt, da der Krieg noch nicht einmal gewonnen ist, macht man sich in den Schafsmedien plötzlich Sorgen darüber, wie denn das Heer der Libyer wieder zu entwaffnen sei.

Welcher vernünftige Libyer wird in dieser Lage nicht darauf halten, zu verstecken und verbuddeln, was er kann, wenn er das überhaupt muss, oder beizeiten wenigstens ein bisschen Geld machen?

Ob ein im positiven Sinne wirksames, rechtsstaatliches Gewaltmonopol allzubald landesweit durchgesetzt werden kann, erscheint nämlich mehr als fraglich.

Nicht unwahrscheinlich also auch, dass, wie im Irak, publikumswirksam lediglich die ältesten, rostigsten Schießprügel abgegeben werden.

Wie großzügig sich jetzt untergetauchte Gaddafi-Anhänger noch aus den Depots bedienen durften oder einfach bedienten, bis dass die Rebellen kamen, um den Rest abzuräumen, bereits gut nachgerüstet durch die NATO, davon werden CIA und MI6 wohl ungefähre Vorstellungen haben.

Was dies Problem betrifft, so halte ich es für keine reine Propaganda.

Jedenfalls dürfte es an leichten Waffen nirgend mangeln.

Was den Einfluss radikaler Islamisten anlangt, so wissen wir inzwischen immerhin offiziell bestätigter- und unbestrittenermaßen, dass ein Al-Kaida-Dschihadist die libyschen Aufständischen per Moscheenlautsprecher und mit NATO-Unterstützung zum Einmarsch nach Tripolis geführt hat.

Wie man diese neuen Freunde in den Griff bekommen wird, bleibt abzuwarten.

Zumal, während ein Großteil der Libyer derzeit unter schweren Versorgungsengpässen leidet, unter dem Zusammenschuss und -bruch der Infrastruktur, genau jetzt die fetten Gelder zurückzufließen beginnen, so dass es erstmals richtig ans Verteilen geht.

Derweil sagt die Rebellenführung – die von ihren neokolonialistsichen Gönnern anerkannte einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes – , sie wolle partout ohne ausländische Truppen zurechtkommen, zumal solche der NATO.

Wenigstens Teilen dieses obskuren Vereins ist durchaus abzunehmen, dass sie die Pfründen des Landes lieber ohne mit einem robusten Mandat ausgestattete Aufseher aus Nordamerika und Europa verteilten.

Und die NATO drängelt sich (zumindest überwiegend), das glaube ich mal ebenfalls vom Grundsatze her, auch nicht unbedingt danach, Libyen selbst dauerhaft besatzen zu müssen.

Leider ist man aber sicherlich schon auf die Idee gekommen, dass es vielleicht oder gar wohl oder sehr wahrscheinlich gar nicht anders gehen wird.

Und wieder wird auf merkwürdige Weise ein äußerst makabrer Sieg gefeiert, unter Versenkung des Völkerrechts, der in Wirklichkeit noch gar nicht errungen ist.

Hurra, wir haben sie fast alle niedergebomt!

Wir Helden!

Mal sehen, was wir jetzt machen…

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