Geschrieben am 20. September 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Deutschland, Israel, Türkei,
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Merkel sorgt sich um Spannungen zwischen Türkei und Israel

Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel ist besorgt um die Spannungen zwischen Israel und der Türkei in jüngster Zeit. Die Regierungschefin brachte dies in einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Gül zum Ausdruck. Gül besucht derzeit Deutschland.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül ihre Sorge über die jüngsten Spannungen zwischen Israel und der Türkei zum Ausdruck gebracht.

Aus deutschen Regierungskreisen hiess es, die beiden Politiker hätten die ganze Bandbreite der deutsch-türkischen Beziehungen erörtert. Sie hätten auch über die jüngsten Entwicklungen in Nordafrika und der arabischen Welt gesprochen.

Beim umstrittenen Thema des türkischen EU-Beitritts hätten beide Seiten bei dem Treffen im Kanzleramt ihren Standpunkt dargelegt.

Gül hatte am Montag bereits zum Auftakt seines Staatsbesuchs den Wunsch seines Landes nach einer Vollmitgliedschaft in der EU bekräftigt. Merkel hat der Türkei hingegen nur eine «strategische Partnerschaft» angeboten. Das lehnt die Türkei ab.

Besuch in Osnabrück

Nach dem Gespräch im Kanzleramt reiste Gül mit Bundespräsident Christian Wulff weiter in dessen Heimatstadt Osnabrück im Bundesland Niedersachsen. Damit revanchierte sich Wulff für eine Einladung des türkischen Staatspräsidenten im vergangenen Jahr in dessen zentralanatolischen Geburtsort Kayseri.

In Osnabrück wollten die beiden Staatsoberhäupter unter anderem die Universität besuchen, die seit einem Jahr den bundesweit ersten Weiterbildungsstudiengang für Imame anbietet.

Wegen einer Bombendrohung war am Montagabend eine geplante Rede Güls vor der Berliner Humboldt-Universität zunächst abgesagt worden. Nachdem Spezialisten der Polizei das Uni-Gebäude abgesucht hatten, wurden die Besucher wieder in das Gebäude gelassen. Später hielt Gül seine Ansprache zum Thema Europa in einem anderen Raum.

Mit Abreise gedroht

Laut türkischen Medien hatte Gül im Zusammenhang mit der Bombendrohung mit dem sofortigen Abbruch seines Deutschland-Besuchs gedroht. Nach der Bombendrohung habe die deutsche Seite darauf gedrungen, Güls Rede ganz abzusagen, meldeten türkische Zeitungen.

Gül habe dies zurückgewiesen: «Entweder halte ich diese Rede, oder ich kehre sofort in die Türkei zurück», wurde er zitiert. Die Ansprache fand schliesslich mit zweistündiger Verspätung statt.

Vor der Uni hatten zeitgleich einige Dutzend kurdische Demonstranten für den inhaftierten PKK-Chef Abdullah Öcalan demonstriert.

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