Mindestens 16 türkische Soldaten tot. Türkische Medien dürfen nicht darüber berichten

16 türkische Soldaten nach Gefecht gegen IS tot

Die türkische Armee unterstützt syrische Rebellen bei der Offensive zur Rückeroberung der Stadt Al-Bab von der Terrormiliz IS. Die heftigen Gefechte führen zu hohen Verlusten – auf beiden Seiten. Aktivisten melden auch den Tod von zahlreichen Zivilisten.

Die türkischen Medien dürfen nicht darüber berichten. Auch wurden Soziale Medien mal wieder gesperrt.

Bei den bislang schwersten Gefechten zwischen türkischen Truppen und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordsyrien sind mindestens 16 türkische Soldaten ums Leben gekommen. Fast 200 IS-Kämpfer seien bei den Kämpfen nahe der vom IS gehaltenen Stadt Al-Bab getötet worden, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag in Ankara. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, mehr als 30 türkische Soldaten seien verwundet worden. Das IS-Sprachrohe Amak meldete, der türkischen Armee seien hohe Verluste beigebracht worden.

Bei türkischen Luftangriffen auf Al-Bab wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens 29 Zivilisten getötet. Unter den Toten seien acht Kinder und sieben Frauen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden. Opfer lägen noch unter Trümmern.

Die Extremisten hätten einen Angriff von Rebellen und türkischen Truppen auf Al-Bab zurückgeschlagen, erklärten die Menschenrechtler weiter. Sie meldeten, neben den 16 türkischen Soldaten seien auch 35 Rebellen und 33 IS-Kämpfer bei den Gefechten getötet worden.

Anadolu berichtete am Donnerstag unter Berufung auf die Streitkräfte, bei türkischen Luftangriffen auf den IS seien 90 Ziele zerstört worden. Seit dem türkischen Einmarsch vor vier Monaten seien 1005 IS-Kämpfer „neutralisiert“ worden, sagte Verteidigungsminister Fikri Isik im Parlament in Ankara. Damit ist im Sprachgebrauch türkischer Behörden gemeint, dass sie entweder getötet, verletzt oder gefangen genommen wurden.

Die Türkei hatte im August eine Bodenoffensive in Syrien begonnen, mit der sie Rebellen unterstützt. Seitdem sind insgesamt 37 türkische Soldaten getötet worden. Den Verbündeten ist es im Zuge der Operation „Schutzschild Euphrat“ gelungen, den IS von der türkisch-syrischen Grenze zu verdrängen.

Das nächste Ziel ist nach türkischen Regierungsangaben Al-Bab einzunehmen. Bislang wird die Stadt vom IS beherrscht. Die Türkei bekämpft in Nordsyrien zugleich die Kurdenmiliz YPG, die eng mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden ist.

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