Mohammed-Video Taliban rächen sich an US-Soldaten

Taliban haben in Afghanistan zwei US-Marinesoldaten in einem Militärstützpunkt getötet und mehrere verletzt. US-Angaben zufolge beschossen die Taliban-Kämpfer den amerikanischen Teil des Lagers Camp Bastion mit Minenwerfern, Panzerfäusten und Handfeuerwaffen. Die Angreifer hätten Gebäude, einen Hangar und mehrere Flugzeuge beschädigt. Ein Sprecher des Gouverneurs von Helmand – die umkämpfte afghanische Region, in der das Lager liegt – erzählte von weiteren 17 Leichen. Es handele sich dabei um in den Gefechten mit Soldaten getötete Aufständische. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Ein Sprecher sagte, dies sei ein Vergeltungsakt wegen des in den USA gedrehten Mohammed-Schmähfilms: „Das Ziel dieses Angriffs war Rache an den Amerikanern wegen des Films, der sich gegen den Propheten richtet.“ Die Mudschaheddin hätten „Dutzende Amerikaner und andere ausländische Invasoren getötet und mehrere Fahrzeuge und Hubschrauber beschädigt“. Der Film, auf den der Sprecher anspielt, hatte in zahlreichen arabischen Ländern heftigen Protesr ausgelöst. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum stürmte eine wütende Menge die deutsche Botschaft, zerschlug Fenster sowie Mobiliar und legte Feuer. Auch in Afghanistan hatte es deshalb zuvor schon Ausschreitungen gegeben.

Während der Feuergefechte befand sich auch der britische Prinz Harry in Camp Bastion, er blieb aber unverletzt. „Prinz Harry befand sich niemals in Gefahr“, sagte ein Sprecher der Nato-Schutztruppe Isaf. Zum Zeitpunkt des Angriffs sei er mit anderen Mitgliedern seiner Einheit mit Kampfhubschraubern des Typs Apache rund zwei Kilometer entfernt gewesen. Man prüfe, ob die Anwesenheit des Enkels von Königin Elizabeth auf dem Stützpunkt ein Motiv für den Angriff gewesen ist. Die Taliban hatten jüngst gedroht, den Prinzen zu entführen oder zu ermorden. Harry, der am heutigen Samstag seinen 28. Geburtstag feiert, war bereits 2008 am Hindukusch stationiert gewesen. Der geheime Einsatz war jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen worden, nachdem Medien darüber berichten. Diesmal soll die Nummer drei der britischen Thronfolge vier Monate in Afghanistan bleiben.

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