Moskau manifestiert neues Machtgefüge im Nahen Osten

Der Präsidentenpalast ist eine Kopie des Weißen Hauses, die große Konzerthalle gleicht einer Blumenblüte, und der 105 Meter hohe Aussichtsturm sieht aus wie ein riesiger Lollipop. Es sind diese skurrilen Bauten, die die Besucher von Astana so faszinieren.

Am Montag beginnen in der Hauptstadt Kasachstans die von Russland initiierten Friedensgespräche über Syrien. Im Gegensatz zu den von den UN im Genf organisierten Treffen geht es in Astana nicht um die Gesamtlösung des syrischen Konflikts. Man beschränkt sich auf die Konsolidierung der seit dem 30. Dezember geltenden Feuerpause. Politische Fragen einer Übergangsregierung, Neuwahlen oder des Schicksal von Präsident Baschar Assad stehen nicht zur Diskussion. So minimalistisch das auch klingen mag, Astana ist ein Zeichen für die neuen Machtverhältnisse in Syrien – und Russlands dominierende Rolle in der Region.

Wladimir Putin hat gerufen, und die Akteure des Bürgerkriegs sind der Einladung des russischen Präsidenten ohne Widerstand gefolgt. Zum ersten Mal sollen sich Vertreter des syrischen Regimes und der Rebellengruppen direkt gegenübersitzen. Das gab es noch nie. Nur die konservative Salafistenfraktion von Ahrar al-Scham und kleinere Splittergruppen nehmen nicht teil, „unterstützen“ aber trotzdem die Verhandlungen, wie es in einem Statement hieß. Die Extremisten vom Islamischen Staat (IS) und der Al-Qaida-Gruppe Dschabat al-Fatah sind gar nicht erst eingeladen.

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