Nachrichtendienste in Israel

Die Nachrichtendienste Israels entsprechen organisatorisch eher einzelnen Abteilungen eines Geheimdienstes, dessen Leiter traditionsgemäß der Chef der Abteilung „Mossad“ ist, des israelischen Auslandsnachrichtendienstes.

Diese „Abteilungen“ sind:

Mossad.
Zuständig für weltweite Nachrichtenbeschaffung, Geheimaktionen
und Terrorismusbekämpfung. Weitere Informationen unten.

Aman.
Militärischer Nachrichtendienst mit der Aufgabe, Israel über
den Stand der Kriegsvorbereitungen seiner Gegner zu informieren.

Shabak oder Shin Beth.
Verantwortlich für die innere Sicherheit Israels und die
Spionageabwehr. Weitere Informationen unten.

Nachrichtenstelle des Außenministeriums.
Sammlung und Auswertung sicherheitsrelevanter Informationen
zur politischen Lage vornehmlich aus arabischen Staaten.

Dienststelle für jüdische Angelegenheiten.
Kümmert sich um die Angelegenheiten von jüdischen Minderheiten
in solchen Staaten, in denen sie Verfolgungen ausgesetzt sind.

Der Mossad (ha-Mossad le-Modiin ule-Tafkidim Meyuhadim):

Diese Organisation wurde bereits 1937 gegründet, um auch mit sicherheits- und geheimdienstlichen Methoden die Überführung europäischer Juden nach Palästina zu besorgen.

Nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 wurde auch der heutige Mossad (Das „Institut“, der Name bedeutet Institut für Nachrichtenwesen und besondere Aufgaben) im April 1951 unter der Federführung des damaligen Premierministers David Ben Gurion wiedergegründet.

Hauptsitz ist Tel Aviv, der Dienst hat etwa 1200 Mitarbeiter.

Hauptaufgabe ist die nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung vornehmlich in arabischen Staaten, aber auch in allen anderen Teilen der Welt. Seit 1963 hat der Mossad die alleinige Befugnis zur Agentenführung im Ausland. Menschliche Quellen sollen ein wesentlicher Bestandteil der Beschaffungsarbeit dieses Dienstes sein.

Der Dienst verfügt zu diesem Zweck über Auslandsresidenturen, die sowohl unter diplomatischem Schutz stehen als auch geheim sein können. Wichtig ist auch der Austausch mit befreundeten ausländischen Diensten, so auch dem deutschen BND.

Anders als die deutschen Nachrichtendienste aber, denen solche Vorgehensweisen ausdrücklich untersagt sind, arbeitet der Mossad auch mit Mitteln der Sabotage, verdeckter und psychologischer Kriegsführung und u.U. mit Tötungskommandos, wie einige bekannt gewordene Fälle der letzten Jahrzehnte belegen.

Die für solche Spezialoperationen zuständige Abteilung ist die „Metsada“.

Neben der Auswertungsabteilung existiert noch eine technische Abteilung, die zu der technischen Aufklärung auch die Spezialausstattung von Geheimoperationen übernimmt.

Die absolute Geheimhaltung war schon immer ein Markenzeichen dieses wohl bekanntesten israelischen Dienstes:
bis 1996 war selbst der Name des Leiters Staatsgeheimnis.

Shabak (Sherut ha-Bitachon ha-Klali):

Dieser Dienst ist zuständig für die innere Sicherheit Israels und die Spionageabwehr.
Die Bezeichnung Shin Beth ist nur die Wiedergabe der Initialen von Sherut Bitachon („Sicherheitsdienst“), der eigentliche Name Shabak ist die Abkürzung des vollen Namens (s.o.).

Zum Schutz des Territoriums vor Terroranschlägen verfügt der Shabak über ein weitverzweigtes Netz von Agenten im Land, um feindliche Organisationen zu unterwandern. Er verfügt über Anti-Terror-Einheiten und Kommandos, die die Aufgabe haben, gesuchte Terroristen ausfindig zu machen.

Mitarbeiter dieses Dienstes übernehmen auch den Schutz von Regierungsgebäuden und diplomatischen Vertretungen, wichtigen Industriebetrieben und Veranstaltungen.
Ausserdem sind sie verantwortlich für den Schutz der staatlichen Fluggesellschaft El-Al, in deren Maschinen bereits seit vielen Jahren Sicherheitspersonal mitfliegt.

Im Bereich Spionageabwehr hatte der Shabak einige Erfolge zu verzeichnen, nicht zuletzt auch wegen des wiederum dichten Netzes von Informanten. So sollen alle Ausländer, unabhängig von ihrer Nationalität, überwacht werden können.

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