Geschrieben am 3. Mai 2011 von Abou Jamal abgelegt in der Kategorie Islam, Osama bin Laden, Terror, USA,
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Osama bin Ladens Seebestattung – Was sagt der Islam dazu?

Al-Qaida-Chef Osama bin Laden wurde auf hoher See bestattet. Der Islam sieht eine Seebestattung jedoch nicht vor. Was bedeutet das konkret?

In der Nacht zum Montag (2. Mai 2011) haben US-Soldaten der US-Marine-Sondereinheit Navy Seals den Drahtzieher des islamistischen Terrorismus, Osama Bin Laden, in einem hitzigen Gefecht getötet. Sein letzter Aufenthaltsort war die pakistanische Provinzstadt Abbottabad, 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Islamabad, in der er in einer abgelegenen, aber prunktvollen und gut gesicherten Villa residierte.

Nach dem Ende des Gefechts nahmen die US-Soldaten seine Leiche mit, um sie per Gerichtsmediziner untersuchen und den Tod Bin Ladens bestätigen zu lassen. Die DNA der Leiche stimmt mit der Bin Ladens überein. Um Verschwörungstheoretikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, will die US-Regierung in absehbarer Zukunft Bilder der Leiche Bin Ladens veröffentlichen, bislang kursierten lediglich Fälschungen. Doch was geschah eigentlich mit der Leiche Osama Bin Ladens?

Osama Bin Laden wurde auf hoher See bestattet!

Die US-Marine hat die Leiche Bin Ladens bereits auf hoher See bestattet. Sie sichert zu, dass der tote Körper des Topterroristen der Al-Qaida „im Einklang mit den muslimischen Praktiken und Traditionen“ behandelt worden sei. Die Leiche Osama Bin Ladens liegt an einem unbekannten Ort im Norden des Arabischen Meeres. Sie sei in einen beschwerten Sack gelegt worden und an Bord der „USS Carl Vinson“, einem amerikanischen Flugzeugträger, gebracht worden. Nachdem einer der Offiziere die religiösen Traditionen (z.B. das Glaubensbekenntnis sprechen) vollzogen hatte, wurde der tote Körper Bin Ladens von einem flachen Brett aus in das offene Meer gekippt. Für die US-Marine ist dieser Vorgang bereits Routine, sie führt etwa 20 Seebestattungen pro Monat durch.

Der Grund, warum Osama Bin Laden auf hoher See bestattet worden ist anstatt in einem Grab an Land, wie es die islamische Tradition vorsieht, ist denkbar einfach: Ein Landgrab wäre vermutlich zu einer Pilgerstätte von radikalen Islamisten aus aller Welt geworden, ein unbekanntes Meeresgrab hingegen nicht. Außerdem ist eine Seebestattung gegenüber einer Verbrennung noch das geringere Übel, so der Islamwissenschaftler Jamal Malik gegenüber dem Focus. Generell sind viele Muslime eher leicht ungehalten über die Art der Bestattung und es zeigt sich eine zunehmende antiamerikanische Tendenz.

Wie werden Tote nach islamischem Ritus ordnungsgemäß bestattet?

Zunächst einmal sieht der Islam nur eine Bestattung „im Ganzen“ vor, der Körper wird nicht verbrannt und auch nicht ins Meer gestoßen (außer, der Betroffene ist auf See gestorben). Nach Möglichkeit sollte der Tote noch am selben Tag bestattet werden, oft muss jedoch aufgrund gesetzlicher Vorgaben 48 Stunden gewartet werden. Vor der Beisetzung werden weibliche Leichen von Frauen, männliche Leichen von Männern, drei Mal nach einem genau festgelegten Ritual gewaschen. Das Gesicht muss dabei nach Mekka ausgerichtet werden. Der Tote wird anschließend in einfache weiße Gewänder gehüllt und dann in das mindestens 1,5 Meter tiefe Grabloch gelegt. Dabei werden das Grabgebet und das Glaubensbekenntnis gesprochen. Der Tote liegt auf seiner rechten Seite, das Gesicht wird erneut nach Mekka hin ausgerichtet.

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