Paris lacht über Berlin

Die EU will entschlossen wirken und deshalb Hilfslieferungen nach Libyen mit Soldaten schützen. Doch die zuständige UN-Stelle will die Soldaten gar nicht. Hinter nicht immer vorgehaltener Hand macht man sich inzwischen über das deutsche Zögern lustig. Nach wenn schon, wen interessiert das eigentlich wenn die Franzosen lachen?

Die deutsche Bereitschaft zu einem humanitären Hilfseinsatz in Libyen nannte der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet am Dienstag vor der französischen Nationalversammlung eine Art „mündliche Nachprüfung“. Er spielte damit auf die deutsche Enthaltung bei der UN-Resolution gegen Tripolis an und die spätere Zusage sich am EU-Militäreinsatz zur Absicherung humanitärer Missionen in Libyen zu beteiligen. Longuet beklagte, dass Frankreich und Großbritannien die Hauptlast der Nato-Angriffe tragen müssten.

Briten und Franzosen fordern mehr Einsatz

Die beiden Länder machen die Nato für die festgefahrene Lage im Libyen-Krieg verantwortlich und fordern stärkere Angriffe. Die schweren Waffen der Truppen von Machthaber Muammar el Gaddafi müssten zerstört werden, um Angriffe auf Rebellen und Zivilbevölkerung zu stoppen, sagte der französische Außenminister Alain Juppé. Es sei „nicht hinnehmbar“, dass die Stadt Misrata noch immer von Gaddafis Truppen bombardiert werde. Die Nato habe unbedingt das Kommando übernehmen wollen, nun müsse sie diese Rolle auch voll annehmen, sagte Juppé. Derzeit tue die Nato nicht genug.

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