Russisches Manöver im Ärmelkanal

Wie die Moskauer Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf Vertreter der Marine meldete, hat ein Flottengeschwader unter Führung des U-Bootjägers „Seweromorsk“ die Straße von Calais passiert und befindet sich nun in neutralem Gewässer. Die Schiffe warteten in einer Bucht vor der Küste der Normandie ab, dass ein Sturm vorüberziehe. Die NATO konnte die Angaben zunächst nicht bestätigen (im Bild eine Archivaufnahme eines russischen Schlachtschiffs).

Das Manöver reiht sich in ähnliche militärische Unternehmungen Russlands in den vergangenen Wochen. Fast wie zu Zeiten des Kalten Krieges flogen russische Kampfbomber weit entfernt von ihren Heimatflughäfen über dem Pazifik, dem Atlantik und dem Nordpolarmeer.

Aus Anlass des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) in Brisbane Mitte des Monats ließ der russische Präsident Wladimir Putin Kriegsschiffe in den internationalen Gewässern vor Australien kreuzen.

Vergangene Woche hatte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg mitgeteilt, dass die Verteidigungsallianz in diesem Jahr bereits mehr als 400 Mal mit dem Start von Kampfflugzeugen auf russische Flugmanöver im internationalen europäischen Luftraum reagiert habe. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Erhöhung der Zahl der sogenannten Alarmstarts um 50 Prozent. Dies sei ein Muster, das die NATO seit vielen Jahren nicht mehr gesehen habe, so Stoltenberg. Die Häufung erinnere ihn an die Zeiten des Kalten Krieges. Besonders in der Umgebung des Baltikums hätten sich derartige Manöver vervielfacht.

Beobachter sehen bei den russischen Aktivitäten einen klaren Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. Putin versuche angesichts der Spannungen mit dem Westen das Sicherheitsgefühl der Russen durch die Zurschaustellung militärischer Macht zu stärken.

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