Salafisten – ein Aussteiger berichtet

Mönchengladbach: Vor drei Jahren konvertiert Frank N* in Mönchengladbach zum Islam. Zunächst ist er begeistert von der Herzlichkeit der Gemeinschaft. Doch dann spürt er, wie er immer mehr in die Fänge fundamentalistischer Glaubensanhänger gerät. „Das ist wie eine Gehirnwäsche“, sagt er.

Seit Februar ist Frank N* wieder Katholik. Seine früheren islamischen Glaubensbrüder ahnen nichts. „Ich glaube zwar nicht, dass sie mich umbringen würden, aber Schikanen befürchte ich schon“, sagt der Niederrheiner. Frank N. ist froh, dass er den Absprung geschafft hat: „Ich wäre beinahe ein Islamist geworden. Die ständigen Androhungen von Teufel und Hölle haben mich immer weiter in dieses unheilvolle System gebracht.“

Nach dem Austritt aus der Kirche nach persönlichen und beruflichen Enttäuschungen ist Frank N. lange auf Sinnsuche. Dass er sich für den neuen Glauben entscheidet, hat für ihn mehrere Gründe: „Der Islam hat klare Regeln, ist keine Sonntagsreligion, und Allah macht keinen Unterschied zwischen Reich und Arm oder zwischen Nationen. Vor ihm sind alle gleich.“ Doch Allahs Glaubensanhänger sollen das oft ganz anders sehen, wie der Familienvater Frank N. bald erfährt. Für Islamisten, die Ultra-Konservativen, gebe es zwei Arten von Menschen: Muslime und Ungläubige.

Als Frank N. vor drei Jahren in der Mönchengladbacher Moschee konvertiert, in der die umstrittene Islamschule aus Braunschweig untergebracht werden soll, hat er davon noch keine Ahnung. „Alle haben mich umarmt. Ich sei nun rein und von allen Sünden befreit“, berichtet Frank N. „Und so fühlte ich mich tatsächlich ein bisschen.“

Der 35-Jährige besucht mehrere Moscheen am Niederrhein, nimmt mit Glaubensgemeinschaften Kontakt auf. Er will sich engagieren. Dazu gehört auch, in der Öffentlichkeit mit Vorurteilen gegenüber dem Islam aufzuräumen. Doch der Familienvater gerät an Gemeinschaften, in denen sich der fundamentalistische Islam nach seinen Angaben immer weiter ausbreitet. „Steinzeitislam“, nennt Frank N. das. „Es ist schon skurril, wie die Fundamentalisten die äußeren Merkmale des Propheten Mohammeds bis ins kleinste Detail nachahmen“, berichtet Frank N. „Der Schnauzbart muss so kurz sein, dass er nicht die Oberlippe berührt, der Bart darf nicht gestutzt werden, das Kleidungsstück der Männer nicht über die Knöchel hängen . . .“

Die strikte Trennung von Männern und Frauen in Moscheen findet er geradezu harmlos gegenüber der Aussage des bekannten Islampredigers Ibrahim Abu Nagi. Dieser soll sich in einem Vortrag in einer Moschee, den auch Frank N. besuchte, für die Steinigung von unzüchtigen Frauen ausgesprochen haben. In der Zuhörerschaft habe damals niemand öffentlich protestiert, „nur eine anwesende christliche Jugendorganisation äußerte später vor der Moschee ihr Entsetzen“, berichtet der Familienvater.

Er hört später noch öfter, wie alles Westliche verteufelt wird: der Staat, die Gesellschaft, Wahlen. Frank N.: „Dabei äußern sie sich meistens in einer Weise, die juristisch nicht angreifbar ist, wie zum Beispiel ,Viele große Gelehrte sagen, dass Wahlen unislamisch sind‘.“ Unter sich drückten sich viele deutlicher aus: „Wenn der Islam in Deutschland herrschen würde, gäbe es all die schlimmen Dinge nicht mehr: keinen Alkohol, keine Diskotheken, keinen Sex im Fernsehen . . .“ Frank N.: „Das Unglück auf der Loveparade sehen einige von ihnen beispielsweise als gerechte Strafe für unsere verkommene Gesellschaft.“

Trotz der strengen, überholten und oft auch gefährlichen Ansichten gelinge es immer wieder, Menschen zum Übertritt zum Islam zu bewegen. Auch der Deutsche Pierre Vogel, der häufig in der Mönchengladbacher Moschee predigt, gilt laut Frank N. für viele als Vorbild. Im Gegensatz zu den Hodschas, die oft aus der Türkei eingeflogen werden und kaum Deutsch verstehen, erreiche Vogel vor allem die Jugendlichen. „Er spricht ihre Sprache“, sagt Frank N. Den jungen Leuten werde das Gefühl vermittelt, dass sie als „echte Muslime“ zu den Auserwählten gehören. „Vor allem bei Jungen, die in der Schule und auch sonst wenig auf die Reihe bringen, kommt das gut an“, sagt der Familienvater.

Gewalt werde nicht ausgeübt, „sie beeinflussen die Jugendlichen subtil, meist unbemerkt“, berichtet Frank N. Jede Kritik werde unterdrückt. Auch der Familienvater hörte immer wieder: „Du denkst zu viel, Bruder, schalte deinen Verstand aus und folge dem heiligen Buch des Islam.“

Der Familienvater lernte auch liberale Muslime kennen. „Viele von ihnen sind auch heute noch meine Freunde.“ Doch Frank N. glaubt, dass die Aufgeklärten immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden. In manchen Moscheen seien die Tage der offenen Tür nur noch ein Schaulaufen. „Eigentlich will man unter sich bleiben.“

Trotz seiner schlechten Erfahrungen will Frank N. den islamischen Glauben nicht schlecht machen. Er hofft immer noch auf gelungene Integration.

Quelle: http://www.rp-online.de/niederrheinsued/moenchengladbach/nachrichten/Salafisten-ein-Aussteiger-berichtet_aid_892424.html

2 Gedanken zu „Salafisten – ein Aussteiger berichtet

  • Pingback: Islam in deutschen Schulen anstatt Ethik « Der Honigmann sagt…

  • 8. Oktober 2011 um 10:51
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    Beim Thema Islam wird der essentielle Kern immer ausgeblendet:

    Welcher liebevolle Schöpfergott sucht sich einen Massenmörder und Kinderschänder – und Mohammed war genau dies unbestreitbar und historisch eindeutig belegt – als Propheten?!

    Sicher nur ein „Gott“, der sonst Satan genannt wird.

    Antwort

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