Sprossen tragen den aggressiven EHEC-Keim

Nach langem Rätselraten haben sich die Experten festgelegt: Sprossen sind der Auslöser für die EHEC-Krise in Deutschland. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) erklärte am Freitag, es gebe eine lückenlose Indizienkette zu den Keimlingen vom Bio-Hof in Bienenbüttel. Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), formulierte es deutlicher: „Es sind die Sprossen.“

Aber Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) betonte, die Arbeit sei noch nicht beendet. Demnach stehen noch zahlreiche Analysen aus und viele Spuren müssten noch zurückverfolgt und abgeklärt werden. Derzeit sei noch nicht klar, wie die Bakterien auf die Sprossen gelangt seien. Die Warnung vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Blattsalat wurde wieder aufgehoben.

Am Freitag wurden die EHEC-Bakterien des aggressiven Typs O104 erstmals auf Sprossen gefunden. Das teilte das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium mit. Das Ministerium erklärte, dass die untersuchten Sprossen aus dem Betrieb in Niedersachsen stammten. Man habe die geöffnete Packung in der Mülltonne eines Haushalts im Rhein-Sieg-Kreis bei Bonn gefunden. Zudem erklärte man, dass zwei der drei Familienmitglieder, die in dem Haushalt leben, die Sprossen gegessen hätten und Mitte Mai an EHEC erkrankten. Damit habe man erstmals eine Kette zwischen den Sprossen aus dem Betrieb und erkrankten Personen nachgewiesen.

Indes wurden aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein am Freitag drei neue EHEC-Todesfälle gemeldet. Damit stieg die Zahl auf 32.

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