Geschrieben am 8. Oktober 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Globale Nachrichten,
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Steve Jobs Stanford-Rede

Seine schönsten Worte:

Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben.

In einer sehr persönlichen Rede vor Absolventen der Stanford University im US-Staat Kalifornien sprach Steve Jobs am 12. Juni 2005 über seine biologische Mutter, die ihn zur Adoption freigab, seinen Rausschmiss bei Apple und den Tag, an dem bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Im Folgenden Auszüge aus der Rede im Wortlaut:

„Ich fühle mich geehrt, heute mit euch bei eurer Abschlussfeier von einer der besten Universitäten der Welt zu sein (…) Heute will ich euch drei Geschichten aus meinem Leben erzählen. Das ist es. Keine große Sache. Nur drei Geschichten.

Die erste Geschichte handelt davon, die Punkte zu verbinden.

Ich verließ das Reed College (im US-Staat Oregon, Anmerk. d. Red.) nach den ersten sechs Monaten (des Studiums), blieb dann aber weitere 18 Monate oder so als Besucher da, bis ich endgültig aufhörte. Also, warum hörte ich auf?

Es begann, bevor ich geboren wurde. Meine biologische Mutter war eine junge, unverheiratete Collegestudentin und sie entschied, mich zur Adoption freizugeben. Ihr lag sehr viel daran, dass ich von Hochschulabsolventen adoptiert werden sollte, also wurde alles für mich arrangiert, um bei der Geburt von einem Anwalt und seiner Frau adoptiert zu werden. Außer dass sie, als ich raus kam, in letzter Minute entschieden, dass sie wirklich ein Mädchen wollten. Also bekamen meine Eltern, die auf einer Warteliste standen, mitten in der Nacht einen Anruf, bei dem sie gefragt wurden: ‚Wir haben einen unerwarteten kleinen Jungen; wollen Sie ihn?‘ Sie sagten: ‚Selbstverständlich.‘ Meine biologische Mutter fand später heraus, dass meine Mutter nie ein Studium abschloss und dass mein Vater nie die Highschool abschloss. Sie weigerte sich, die endgültigen Adoptionspapiere zu unterschreiben. Sie gab erst ein paar Monate später nach, als meine Eltern versprachen, dass ich einiges Tages aufs College gehen würde.

Und 17 Jahre später ging ich tatsächlich aufs College. Aber ich wählte naiverweise ein College aus, dass fast so teuer wie Stanford war und all die Ersparnisse meiner Arbeiterklasse-Eltern wurden für meine Studiengebühren ausgegeben. Nach sechs Monaten konnte ich den Wert darin nicht erkennen. Ich hatte keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen wollte und keine Ahnung, wie das College mir dabei helfen würde, das herauszufinden. Und hier war ich, all das Geld ausgebend, das meine Eltern ihr ganzes Leben gespart hatten. Also beschloss ich, aufzuhören und mich darauf zu verlassen, dass alles okay werden würde. Es war damals ziemlich beängstigend, aber zurückblickend war es eine der besten Entscheidungen, die ich je traf. Sobald ich (das Studium) abbrach, konnte ich damit aufhören, die Pflichtkurse zu belegen, die mich nicht interessierten und damit anfangen, diejenigen zu besuchen, die interessant aussahen.

(…)

Reed College bot damals vielleicht den besten Kalligraphieunterricht im Land an (…) Ich beschloss, einen Kalligraphiekurs zu belegen, um zu lernen wie man das macht (…).

Nichts davon hatte die Chance irgendeiner praktischen Anwendung in meinem Leben. Aber zehn Jahre später, als wir den ersten Macintosh-Computer entwarfen, kam alles zu mir zurück (…) Es war der erste Computer mit schöner Typografie. Hätte ich niemals diesen einen Kurs im College besucht, hätte der Mac nie multiple Schriftarten oder Proportionalschriften gehabt. Und da Windows den Mac einfach kopierte, ist es wahrscheinlich, dass kein PC sie hätte (…)

Nochmal, du kannst die Punkte nach vorne schauend nicht verbinden; du kannst sie nur zurückschauend verbinden. Also musst du dich darauf verlassen, dass die Punkte sich irgendwie in deiner Zukunft zusammenfügen werden. Du musst dich auf etwas verlassen – deinen Bauch, Schicksal, Leben, Karma, was auch immer. Diese Haltung hat mich nie enttäuscht und es hat den entscheidenden Unterschied in meinem Leben gemacht.

Meine zweite Geschichte handelt von der Liebe und dem Verlust.

Ich hatte Glück – ich entdeckte früh im Leben, was ich gerne tat. Woz (Apple-Mitgründer Steve Wozniak, Anmerk. d. Red.) und ich gründeten Apple in der Garage meiner Eltern als ich 20 war. Wir arbeiteten hart und in zehn Jahren war Apple von nur uns beiden in einer Garage zu einem Zwei-Milliarden-Dollar-Unternehmen mit mehr als 4.000 Mitarbeitern geworden. Wir hatten gerade unsere feinste Kreation – den Macintosh – ein Jahr zuvor veröffentlicht und ich war gerade 30 geworden. Und dann wurde ich gefeuert. Wie kannst du von einem Unternehmen gefeuert werden, das du gegründet hast? Nun, als Apple sich ausweitete stellten wir jemanden ein, von dem ich dachte, dass er sehr talentiert war, um das Unternehmen mit mir zu leiten und das erste Jahr oder so liefen die Dinge gut. Aber dann begannen unsere Zukunftsvisionen auseinanderzugehen und irgendwann hatten wir einen Krach. Als es soweit war, schlug sich unser Vorstand auf seine Seite. Also war ich mit 30 raus (…) Was der Mittelpunkt meines ganzen Erwachsenenlebens gewesen war, war weg und es war niederschmetternd.

(…) Ich war ein sehr öffentlicher Versager und ich dachte sogar darüber nach, aus dem Valley wegzulaufen. Aber etwas wurde mir langsam klar – ich liebte noch immer, was ich tat. Die Wende der Ereignisse bei Apple hatten das kein bisschen geändert. Ich war abgelehnt worden, aber ich war noch immer verliebt. Also beschloss ich, von vorn anzufangen.

(…)

Manchmal schlägt dich das Leben mit einem Stein vor den Kopf. Gib‘ die Hoffnung nicht auf. Ich bin davon überzeugt, dass die einzige Sache, die mich weitermachen ließ, war, dass ich noch immer liebte, was ich tat. Du musst finden, was du liebst (…) Wenn du es noch nicht gefunden hast, such‘ weiter. Gib‘ dich nicht zufrieden. So wie mit allen Herzenssachen, wirst du es wissen, wenn du es findest. Und wie jede großartige Beziehung wird es mit den Jahren einfach besser und besser (…)

Meine dritte Geschichte handelt vom Tod.

Als ich 17 war, las ich ein Zitat, das in etwa so ging: ‚Wenn du jeden Tag so lebst, als ob er sein letzter wäre, wirst du eines Tages ganz sicher Recht haben.‘ Das hinterließ bei mir einen Eindruck und seit dem, für die vergangenen 33 Jahre, habe ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut und mich gefragt: ‚Wenn heute der letzte Tage meines Lebens wäre, würde ich das tun wollen, was ich heute im Begriff bin, zu tun?‘ Und immer wenn die Antwort zu viele Tage hintereinander ‚Nein‘ gelautet hat, weiß ich, dass ich etwas verändern muss.

(…)

Vor etwa einem Jahr wurde bei mir Krebs diagnostiziert. Ich hatte einen Scan um 7.30 Uhr morgens und er zeigt deutlich einen Tumor auf meiner Bauchspeicheldrüse. Ich wusste noch nicht einmal, was eine Bauchspeicheldrüse ist. Die Ärzte sagten mir, dies sei nahezu sicher eine Krebsart, die unheilbar ist, und dass ich davon ausgehen solle, nicht länger als drei bis sechs Monate zu leben. Mein Arzt riet mir, nach Hause zu gehen und meine Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, was Doktorencode für ‚bereite sich aufs Sterben vor‘ ist (…)

Ich lebte mit dieser Diagnose den ganzen Tag. Später an dem Abend hatte ich eine Biopsie, wo sie ein Endoskop meinen Hals hinunter steckten, durch meinen Magen und in meine Eingeweide, eine Nadel in meine Bauchspeicheldrüse steckten und holten ein paar Zellen vom Tumor. Ich war ruhig gestellt, aber meine Frau, die da war, sagte mir, dass als sie die Zellen unter einem Mikroskop betrachteten, die Ärzte zu weinen anfingen, weil es sich als sehr seltene Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs herausstellte, die mit einer OP heilbar ist. Ich ließ die OP vornehmen und jetzt geht es mir gut.

(…) Niemand will sterben. Sogar Menschen, die in den Himmel kommen wollen, wollen nicht sterben, um dorthin zu gelangen. Und dennoch ist der Tod das Reiseziel, das wir alle teilen. Niemand ist ihm je entkommen. Und so sollte es sein, weil der Tod sehr wahrscheinlich die einzig beste Erfindung des Lebens ist. Er ist des Lebens Wandlungskraft. Er räumt das Alte aus, um den Weg für das Neue frei zu machen…

Eure Zeit ist begrenzt, also verschwendet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogma gefangen nehmen – was Leben mit den Resultaten der Denkweise anderer Menschen entspricht. Lasst nicht den Lärm von Meinungen anderer eure eigene innere Stimme überdröhnen. Und am Wichtigsten, habt den Mut, eurem Herzen und eurer Intuition zu folgen. Sie wissen irgendwie bereits, was du wirklich werden willst. Alles andere ist zweitrangig (…).

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