Geschrieben am 23. Februar 2018 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Syrien, Türkei,
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Türken feuern auf Konvoi bei Afrin

Türkische Truppen haben nahe der nordsyrischen Stadt Afrin Artillerie eingesetzt. Dabei traf sie eigenen Angaben nach einen Konvoi der kurdischen YPG-Miliz. Die Armee habe am Checkpoint Ziarah etwa 15 Kilometer südöstlich der Stadt Afrin auf 30 bis 40 Fahrzeuge gefeuert, teilte das Militär in der Nacht mit. Die aus Richtung Aleppo kommenden Fahrzeuge hätten Waffen und Munition transportiert. Die türkische Armee betonte, Ziel des Beschusses seien Milizen gewesen. Das Militär habe „wie immer“ Rücksicht genommen, damit keine Zivilisten zu Schaden kommen. Damit widersprach die Armee kurdischen Angaben, wonach es sich bei dem Konvoi um Zivilisten aus verschiedenen Teilen Nordsyriens handelte, die zur Unterstützung der Bevölkerung in die Stadt gekommen seien.

Nach Angaben eines Vertreters der örtlichen Verwaltung, Suleiman Dschaafar, wurde ersten Schilderungen zufolge mindestens ein Mensch getötet. Acht weitere wurden demnach verletzt. Dschaafar sagte, in dem Konvoi seien Menschen aus verschiedenen Teilen Nordsyriens, darunter Manbidsch und Rakka, unterwegs gewesen. Sie hätten die Bevölkerung in der Stadt unterstützen wollen. Das syrische Staatsfernsehen sprach von einem Hilfskonvoi. Inwieweit in den Fahrzeugen Kämpfer oder zivile Helfer unterwegs waren, lässt sich unabhängig nicht überprüfen.

Ein Sprecher für die Kurdenmiliz YPG in der syrische Stadt Aleppo teilte mit, dass Kämpfer seiner Gruppe ihre Posten verlassen hätten, um die Miliz in Afrin bei der Abwehr des türkischen Angriffs zu unterstützen. Weil „alle Weltmächte zu den barbarischen Angriffen schweigen“, seien die YPG-Truppen nach Afrin gezogen, um die Region zu verteidigen.

Die YPG hatte zuvor auch das syrische Militär aufgefordert, ebenfalls in Afrin in Stellung zu gehen. Der türkische Vizepremier Bekir Bozdağ drohte daraufhin, sollten regierungstreue syrische Milizen in der Region die YPG unterstützen, „dann werden auch sie nicht verschont“. Die Türkei hatte am 20. Januar einen Militäreinsatz gegen die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Region Afrin gestartet.

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