Türkische Armee greift Dschihadisten in Syrien an

Die Türkei hat erklärt, Stützpunkte der Al-Kaida in Syrien beschossen zu haben. Die Terrororganisation wird im Osten und Norden Syriens immer stärker.

Als Reaktion auf einen Mörserangriff hat das türkische Militär Stellungen einer islamistischen Kampfgruppe in Syrien beschossen. Bei den Ziel handelt es sich nach Angaben des Generalstabs um einen Stützpunkt der Gruppierung Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil), die dem Terrornetzwerk Al Kaida nahe steht. Bei der Attacke nahe Asas, nördlich von Aleppo, sollen insgesamt vier Artillerie-Schüsse abgefeuert worden sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Türkei Vergeltungsschläge gegen Ziele in Syrien führt. Die Angriffe der türkischen Armee galten bislang Provokationen sowohl seitens des Regimes von Baschar al-Assad als auch seitens der Opposition. Bei dem Beschuss, der bereits am Dienstag erfolgt worden war, ist es allerdings das erste Mal, dass das Militär explizit erklärt, man habe Ziele von Al-Kaida-Verbündeten angegriffen.

Die islamistische Terrororganisation und ihre Verbündeten sollen sich seit geraumer Zeit im Norden und Osten Syriens ausbreiten und nach und nach die Kontrolle über die Regionen an der Grenze zur Türkei und zum Irak übernehmen. Dabei vertreiben sie rivalisierende Fraktionen der bewaffneten Opposition und versuchen sie zu schwächen, indem sie deren Versorgungswege kappen und auch die Lieferung neuer Waffen verhindern.

Als besonders umtriebig gilt der auch im Irak operierende Al-Kaida-Ableger Isil. Die Dschihadisten sollen Sperren auf allen wichtigen Zubringerstraßen zu den Grenzen errichtet haben und konkurrierende Rebellen am Zutritt hindern. Hilfsorganisationen sind besorgt um die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung, die von den Islamisten durch brutales Vorgehen eingeschüchtert würde.

Sturm auf Gefängnis in Aleppo

Aus Aleppo heißt es, dort führten islamistische Rebellen einen Angriff auf ein Großgefängnis. Seit Monaten belagerten sie das Gelände, nun sind nach Angaben von syrischen Aktivisten Kämpfer der Al-Nusra-Front und der Gruppe Ahrar Al-Scham in den Verwaltungskomplex eingedrungen und würden sich Gefechte mit Sicherheitskräften liefern. Inzwischen greift auch die syrische Luftwaffe in die Auseinandersetzung ein und begann mit der Bombardierung von Rebellenpositionen in der Gegend rund um die nordsyrische Provinzhauptstadt.

In Syrien liefern sich Aufständische und Regierungstruppen seit mehr als zwei Jahren einen blutigen Bürgerkrieg. Bei den Kämpfen wurden nach UN-Angaben mehr als 100.000 Menschen getötet.

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