Türkei blockiert Internetseiten wie Google und Facebook

Ab dem 22. August ist die Aktivierung vier verschiedener Internetfilter für türkische Privathaushalte vorgesehen. Doch schon jetzt müssen Internetcafé-Betreiber verpflichtend filtern. Betroffen sind eine Million Internetseiten. Darunter befinden sich auch Google und Facebook.

Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird in der Türkei ein neues Kalifat ausgerufen.

Zu den betroffenen Seiten zählen unter anderem Google, BBC, Facebook, eBay, Amazon und die Seite des türkischen Menschenrechtsvereins. In Mitleidenschaft wurden aber auch Seiten von Model-Agenturen, Auto-Firmen, Bademoden und viele mehr gezogen. Teilweise betroffen ist zudem die Internetenzyklopädie Wikipedia. Im Speziellen sei hier der Suchbegriff “Kurdish People” nicht zu erreichen, berichten verschiedene Quellen. Insgesamt sind in den hiesigen Interncafés gut eine Million Seiten blockiert. Die Behörden vollzogen die Maßnahme diesmal jedoch ohne Vorwarnung. Die Lokale gehören in der Türkei zu einer der beliebtesten Möglichkeit, ins Internet zu gelangen.

OSZE und EU-Kommission warnen vor Internetzensur

Bereits seit Wochen protestieren die Menschen im Land off- wie online gegen die geplanten Filterungen ab dem 22. August. Sie befürchten, dass sich das Land so zu einem der meist zensierten Plätze der Welt entwickeln werde. Die Internetbehörde BTK sieht die Einführung mehrerer Filter vor. In Folge dessen sollen die Internet-User eine vor vier wählbaren Optionen anwenden müssen: “Familie”, “Kinder”, “Haushalt” und “Standard”. Je nach Kategorie werden dann bestimmte Webseiten unzugänglich gemacht. Während sich die User austauschen und Möglichkeiten suchen, die Filter zu umgehen, haben die OSZE als auch die EU-Kommission vor neuen Internet-Filtern in der Türkei gewarnt. Zuvor waren 138 als anstößig empfundene Begriffe in Internetadressen mit der Landeskennung .tr verboten worden. Betroffen sind englische Begriffe wie “fetish” und “hot” oder türkische Begriffe wie “gey” (gay) und “ciplak” (nackt).

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