Geschrieben am 28. März 2013 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Israel, Türkei,
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Türkei hofft auf Rückkehr der israelischen Urlauber

Viele Israelis können es kaum erwarten. Sie wollen zurück an die Traumstrände der Türkei, die sie drei Jahre lang gemieden haben. Dort werden sie bereits sehnsüchtig erwartet, wie die Betreiberin des Hotels Spice aus Antalya im israelischen Fernsehen voller Pathos bekundet: „Auf, meine Freunde, meine Schwestern, meine Brüder. Wir freuen uns auf euch“, beteuert die Hotelmanagerin. „Wo wart ihr drei Jahre lang? Wir wollen, dass ihr wiederkommt und eure Brüder und Schwestern in der Türkei besucht.“

Schon sind die Last-Minute-Angebote für die letzten Passahfesttage am bevorstehenden Wochenende ausgebucht. Für den kommenden Sommer und Herbst rechnen israelische Reiseunternehmen mit einem kräftigen Zuwachs, wie diese Mitarbeiterin eines Reisebüros bestätigt: „Es ist einer der sichersten Plätze der Welt, und was die Kunden dort bekommen, ist das Geld wirklich wert“, sagt sie. Sie hätten schon viele Buchungen für die Feiertage. Auch sie selbst habe eine Reise für sich und ihre Familie gebucht. Das Interesse sei wirklich sehr groß.

Angriff auf „Mavi Marmara“ legte Beziehungen auf Eis

All-inclusive in Antalya – das war für israelische Touristen bis vor drei Jahren der Traumurlaub schlechthin. Doch dann verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Jerusalem und Ankara buchstäblich über Nacht. Denn in den frühen Morgenstunden des 31. Mai 2010 brachte die israelische Marine ein türkisches Schiff auf, die Mavi Marmara mit 700 Aktivisten an Bord, die die Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollten. Dabei wurden neun türkische Aktivisten getötet.

Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei erreichten daraufhin einen Tiefpunkt. Beide Länder zogen ihre Botschafter zurück. Die militärische Zusammenarbeit wurde auf Eis gelegt.

Wirtschaftliche Kooperation nicht von Krise betroffen

Nicht jedoch die wirtschaftliche Kooperation, sagt Dani Tsimmet vom Rat für israelisch-türkische Geschäftsbeziehungen. Die Krise habe überhaupt keine Auswirkungen auf die Wirtschaftsbeziehungen. Im Gegenteil. In den drei Jahren der Krise habe der Handel zwischen beiden Ländern beträchtlich zugenommen, sagt Tsimmet. „Nur im letzten Jahr gab es einen kleinen Einbruch, der aber auf die weltweite Wirtschaftskrise zurückzuführen ist. Alles in allem steht die Türkei für Israel als Exportland an sechster Stelle“, sagt sie. „Der Umfang des bilateralen Handels beträgt vier Milliarden Dollar und das ist mit Sicherheit ein Zeichen für das zukünftige Potenzial.“

Israel liefert vor allem Mineralien und Chemikalien an die Türkei, daneben auch Produkte aus Gummi und Plastik. Aus der Türkei importiert Israel Maschinen, Metallerzeugnisse und Autos. Besonders japanische und koreanische Marken, die in der Türkei für den europäischen Markt produziert werden, finden auch ihren Weg ins Heilige Land. Im Jahr 2010 stellten sie 10 Prozent aller PKW auf den überfüllten Straßen Israels.

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