Geschrieben am 30. Oktober 2011 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Deutschland,
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Türkische Einwanderung in Zahlen

Vor 50 Jahren wurde zwischen der Türkei und Deutschland das Anwerbeabkommen geschlossen. Heute leben knapp 2,5 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland. Sie sind damit nach wie vor die größte Migrantengruppe. 987.000 sind als Kinder dieser ersten Generation von Gastarbeitern bereits in der Bundesrepublik geboren. 700.000 Menschen haben nach wie vor einen türkischen Pass.

Im Jahr 1962 kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 17.685 Türken nach Deutschland. Die größte Zuwanderungswelle erlebte die Bundesrepublik 1973: Damals kamen 251.520 Menschen aus der Türkei. Von 1961 bis zum Anwerbestopp 1973 kamen insgesamt nach 860.000 türkische Zuwanderer. 2010 wanderten 27.564 Türken ein. Werden die Fortzüge (31.754) hinzugerechnet, ergibt sich aber ein Saldo von minus 4.190. Seit 2006 reisen mehr Türken aus Deutschland aus als ein.

Die größte türkische Gemeinde in Deutschland gibt es in Berlin: Knapp 176.000 Menschen und damit gut fünf Prozent der Hauptstadteinwohner haben einen türkischen Migrationshintergrund (Stand 2010). Die meisten Türken leben in Nordrhein-Westfalen (821.000), die wenigsten im Saarland (20.000). Prozentual am wenigsten gibt es in Ostdeutschland (ohne Berlin). Nur 0,17 Prozent der Einwohner haben dort einen türkischen Migrationshintergrund.

Allein in Berlin sind nach Angaben der dortigen Industrie- und Handelskammer 5.671 türkische Gewerbe angemeldet, die meisten davon im Bereich Handel und Kfz-Reparatur (2.335). Das Gastgewerbe (1.189) landet auf dem zweiten Platz.

Nach Angaben der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer in Köln gibt es in ganz Deutschland mehr als 80.000 türkische Unternehmen. Sie erwirtschaften demnach einen Gesamtumsatz von rund 35 Milliarden Euro. Bei diesen Unternehmen arbeiten mehr als 400.000 Frauen und Männer.

In 50 Jahren rund eine Million Türken nach NRW eingewandert
In den vergangenen 50 Jahren sind 1,1 Millionen Menschen aus der Türkei nach Nordrhein-Westfalen eingewandert. Seither seien allerdings 720.000 der Einwanderer wieder in ihre Heimat zurückgekehrt, die meisten von ihnen (fast 75.000) im Jahr 1984 durch das Rückkehrförderungsgesetz mit finanziellen Anreizen für die Heimkehrer, erklärte das statistische Landesamt am Freitag in Düsseldorf zum 50. Jubiläum des Anwerbeabkommens der Bundesrepublik mit der Türkei am 30. Oktober 1961.

Den höchsten Zuzug erlebte NRW den Angaben nach 1973 mit knapp 70.000 Menschen aus Türkei. In demselben Jahr wurde schließlich während der Ölkrise ein Anwerbestopp verhängt. Aktuell leben inzwischen 743.000 Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in NRW. Dazu zählen auch viele Türken, die vor allem in den 90er Jahren die Möglichkeit nutzten, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Die Höchstzahl der Menschen mit einem türkischen Pass wurde in NRW nach Angaben der Statistiker 1997 mit 715.000 errechnet.

Die Düsseldorfer Statistiker befassten sich in ihrer Untersuchung auch mit dem durchschnittlichen schulischen und beruflichen Bildungsgrad der türkischen Einwanderer und verweisen auf Unterschiede zwischen den Einwanderern aus der Türkei und anderen Ländern. „Personen türkischer Herkunft weisen einen durchschnittlich niedrigeren Qualifikationsgrad und eine niedrigere Erwerbstätigenquote auf als Zugewanderte aus anderen ehemaligen Anwerbeländern“, lautet ein Ergebnis. Für die in Deutschland Geborenen mit türkischer Herkunft ergebe sich allerdings ein günstigeres Bild als für die Türken der sogenannten ersten Generation.

Ein Drittel (33,5 Prozent) der türkischen Einwanderer der ersten Generation war im vergangenen Jahr ohne allgemeinbildenden Abschluss, wie die Statistiker erklärten. Dieser Anteil sei bei den in Deutschland Geborenen aus türkischen Einwandererfamilien nur noch etwa halb so hoch (15,3 Prozent). 11,4 Prozent der Zuwanderer der ersten Generation verfügten über eine (Fach-)Hochschulreife. Der Anteil bei den hier Geborenen liegt bei 17,6 Prozent.

Auch bei beruflicher Ausbildung zeige sich eine Verbesserung von der ersten zu nachfolgenden Generationen. Hier Geborene haben der Erhebung zufolge wesentlich öfter eine Lehre abgeschlossen (38,3 Prozent) als die Menschen, die direkt aus der Türkei zuwanderten (22 Prozent).

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