Geschrieben am 9. April 2012 von Redaktion abgelegt in der Kategorie Iran, Israel, USA,
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USA fordern Abriss von iranischer Atomanlage

Zum ersten Mal seit Langem trifft sich der Westen mit der iranischen Führung wieder zu Atomverhandlungen. Dabei gibt es ein klares Ziel: Die umstrittene unterirdische Anlage Fordow muss dichtgemacht werden.

USA-Israel

Der Westen will den Iran in dieser Woche bei den ersten Atomverhandlungen seit mehr als einem Jahr zuallererst zur Aufgabe der hochgradigen Uran-Anreicherung drängen. Kurzfristige Priorität für die USA und ihre Verbündeten hätten ein Ende dieser Anreicherung sowie die Schließung der umstrittenen unterirdischen Anlage Fordow, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung der Nachrichtenagentur Reuters. Israel erklärte sich mit diesem Vorgehen einverstanden. Iranischen Medien zufolge soll die erste Gesprächsrunde am Freitag in Istanbul stattfinden. Der Iran hatte sich zunächst gegen diesen Ort gesträubt, weil die Türkei ein großer Kritiker der syrischen Führung ist, die enge Konta zum Iran unterhält.

Der New York Times“ zufolge will der Westen die Führung in Teheran bei den Gesprächen letztendlich zum Abriss der erst kürzlich fertiggestellten Nuklearanlage unter gewaltigen Felsmassiven bewegen. Die letzten Diskussionen zwischen dem Iran und Vertretern der fünf Uno-Vetomächte USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China sowie Deutschlands waren im Januar 2011 in Istanbul gescheitert.

Diplomaten sagten der Zeitung, sie könnten sich keine Vereinbarung vorstellen, die dem Iran Uran-Vorräte erlaube, mit denen binnen Monaten eine Atombombe hergestellt werden könnte. „Wir haben keine Ahnung, wie der Iran reagieren wird“, wurde ein Vertreter der US-Regierung zitiert. „Wir wissen es wahrscheinlich auch nicht nach dem ersten Treffen.“

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak sagte in einem CNN-Interview, sein Land habe den USA und den Europäern klargemacht, dass ohne ein Ende der Anreicherung auf 20 Prozent kein Erfolg bei den Gesprächen möglich sei. Die Vorräte des Iran an bereits angereichertem Iran müssten in ein vertrauenswürdiges Nachbarland gebracht werden, forderte Barak.

Zuletzt hatten Russland und China wie bereits die vier westlichen Länder ihr „Bedauern“ darüber ausgedrückt, dass der Iran seine Uran-Anreicherung ausgebaut hat. Das Land wird verdächtigt, unter dem Vorwand der Energieerzeugung an Atomwaffen zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet die Vorwürfe. Israel fühlt sich durch das Programm besonders gefährdet und hat einen Militärschlag nicht ausgeschlossen. Die USA und die Europäische Union (EU) wollen mit verschärften Sanktionen die Ölausfuhren des Iran beschneiden.

1 Kommentar

  1. rf

    11. April 2012 @ 00:39

    Hoffentlich lässt sich der Iran nicht von den israelis & usa einschüchtern. Diese zwei Regierungen, ihre „Falken“ mit ihrer Expansionspolitik und Militärdoktrin sind die grosse Gefahr der heutigen globalen Politik. Ich habe mal vor vielen Jahren den Hut gezogen vor den Idealen der usa. Davon ist nichts mehr übrig geblieben. Was israel betrifft: das sind die grössten Pharisäer dieser Welt, die predigen Wasser uns saufen Wein. Sie haben nichts gelernt aus ihrer schmerzhaften Geschichte. Die amerikaner und israelis haben A-Bomben in rauhen Mengen, wollen aber andere Länder (aktuell Iran) dazu belehren. Grotesk ! Der Iran ist militärisch noch nie ausserhalb seiner Grenzen „aktiv“ gewesen. Die israelis und ihre vasallen aus Übersee sehr wohl; lasst uns mal die Toten zählen und den Schaden beziffern. Alles nur „Kollateralschäden“ im Namen der westlichen, verlogenen, imperialistischen Politik (auch Deutschland).
    Gott bewahre uns vor Kurzschlussreaktionen in den kranken Hirnen dieser sogenannten reGIERungen. Wir Bürger haben 2 Chancen etwas zu bewegen. 1.- Produktboykott ihrer Waren. 2.- Proteste. 3.- Keine Investitionen in Dollar.

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